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Zahlen aus SH : Unfälle häufen sich: Radfahrer leben gefährlich

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Häufige Unfallursachen sind nicht nur Abbiegemanöver. Die Polizei macht sich über Fahrprüfungen Gedanken.

shz.de von
erstellt am 08.Aug.2014 | 12:23 Uhr

Kiel | In Schleswig-Holstein ist die Zahl der Fahrradunfälle merklich gestiegen. Die Landespolizei zählte in den ersten sechs Monaten dieses Jahres bereits 1891 Unfälle – fast 24 Prozent mehr als im ersten Halbjahr 2013 mit 1442 Vorfällen. „Die Zahlen sind natürlich alarmierend“, sagt Carsten Massau, Geschäftsführer des Fahrradclubs ADFC Schleswig-Holstein. Grund für die höheren Unfallzahlen ist das gute Wetter. „Dadurch hat die Saison früher begonnen.“

Häufige Unfallursache sind Abbiegemanöver, bei denen der Schulterblick vergessen wird. Zudem erhöht sich die Unfallgefahr, wenn nur ein Radweg auf einer Straßenseite vorhanden ist. Der so genannte Zweirichtungsradweg sei „auf jeden Fall problematisch“, sagte Massau. Zudem sind zu viele Radfahrer auf der falschen Straßenseite unterwegs.

Folge: Die Zahl der Schwerverletzten bei Radunfällen stieg in den ersten sechs Monaten dieses Jahres um 63 auf 221, die Zahl der Leichtverletzten um 282 auf 1444. Einzig positiver Aspekt der Statistik: Während 2013 vier Radfahrer bei Verkehrsunfällen starben, gab es in diesem Jahr noch keine Todesopfer.

Ein aktuell heiß diskutiertes Thema beim ADFC und der Polizei sind Pedelecs, bei denen der eingebaute Elektromotor nur dann unterstützt, wenn der Fahrer mit in die Pedalen tritt. Die Höchstgeschwindigkeit liegt bei 25 Stundenkilometern. Insgesamt 53 Unfälle wurden im ersten Halbjahr mit Pedelecs verursacht. In Deutschland gibt es mittlerweile etwa eine Million Pedelecs, damit hat sich die Zahl der Elektrofahrräder gegenüber dem Vorjahr verdoppelt.

Das Problem: „Mit Pedelecs haben vor allem viele ältere Menschen, die lange nicht mehr auf dem Fahrrad saßen, die Möglichkeit, auf zwei Rädern unterwegs zu sein“, sagt Stephan Steffen von der Zentralstelle Polizeiliche Prävention. Damit steigt allerdings das Unfallrisiko deutlich an. Hinzu kommt: „Wir haben mehr Radfahrer, die ungewohnt schnell fahren können. Die Infrastruktur ist dafür nicht ausgelegt“, sagt Carsten Massau vom ADFC. „Man sollte über eine Prüfung für Pedelec-Fahrer nachdenken“, regt Stephan Steffen deshalb an.

Rein rechnerisch besitzt jeder Schleswig-Holsteiner nach Angaben des ADFC ein Fahrrad. Erst am Donnerstag kam es in Norderstedt zu einem schweren Unfall. Ein 67 Jahre alter Radfahrer schwebt in Lebensgefahr. Auf Sylt sind Passanten empört, dass trotz Verbots viele Radfahrer mit hoher Geschwindigkeit durch die Fußgängerzone fahren.

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