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Skimming-Fälle in Kiel : Und plötzlich ist das Konto leer

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Das Muster ist immer das gleiche: Unbekannte Täter manipulieren den Kartenschlitz eines Geldautomaten und spähen die Geheimzahl der EC-Karte aus.

Skimming (englisch für "absahnen") ist auf dem Vormarsch: In den letzten Wochen kam es in zwei Bankfilialen unterschiedlicher Banken Kiels zu derartigen Fällen. Am Arndtplatz und in der Holtenauer Straße manipulierten unbekannte Täter Geldautomaten, um die Daten der EC-Karten sowie die dazugehörigen Geheimzahlen auszuspähen und damit zeitverzögert Geld vom Konto der Karteninhaber aus dem Ausland abzuheben. Genaue Angaben zur Zahl der Betroffenen und zu einer Schadenssumme konnte das Landeskriminalamt Kiel noch nicht machen. Abbuchungen aus dem Ausland hätten jedoch bereits stattgefunden.
Die Täter gehen beim Skimming immer nach ähnlichem Muster vor: Über den Kartenschlitz eines Geldautomaten oder bereits an der Eingangstür wird eine kaum sichtbare Plastikattrappe montiert, in der ein winziges Lesegerät für Magnetstreifen untergebracht ist. Fehlt nur noch die PIN: Eine Kamera, meist in der Attrappe eines Rauchmelders an der Raumdecke angebracht, filmt den Bankkunden bei der Eingabe des vierstelligen Zahlencodes. Es sind auch Fälle bekannt, in denen Tastaturdubletten auf das tatsächliche Bedienfeld aufgesetzt wurden, die nicht nur die Druckimpulse bei der PIN-Eingabe an den Automaten weitergeben, sondern parallel auch die PIN speichern.
Mit den Informationen vom Magnetstreifen der EC-Karte fertigen Kriminelle eine identische Blanko-Karte an, mit der sie an Geldautomaten im Ausland Bargeld abheben. Innerhalb Deutschlands ist das nicht möglich, weil ein zentrales Informationssystem dafür sorgt, dass an Automaten nur die Originalkarte akzeptiert wird. "Sollten Sie den Verdacht des Skimmings haben, informieren Sie sofort Ihre Bank bzw. nach Schalterschluss die Polizei," so Dr. Boris Wita von der Verbraucherzentrale Schleswig-Holstein.
Wie kann man sich vor Skimming schützen?
1. Die PIN immer (mit Hand oder Portemonnaie) verdeckt eingeben.
2. Zum Betreten der Bank - wenn möglich - eine andere Karte (zum Beispiel Kreditkarte) verwenden als zum Geldabheben.
3. Nur bei der eigenen Hausbank Geld abheben. Hier merkt man eventuelle Veränderungen am Geldautomaten am ehesten.
4. Einige Kreditinstitute bieten die Möglichkeit, EC-Karten für das Ausland sperren zu lassen. So kann es zu keinerlei Abbuchungen aus dem Ausland kommen. Allerdings kann die EC-Karte für das Ausland (beispielsweise im Urlaub) nicht mehr aktiviert werden. Es muss in diesem Fall eine Alternativkarte verwendet werden (zum Beispiel eine Kreditkarte).

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erstellt am 11.Aug.2010 | 09:17 Uhr

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