Fusion mit Tornesch : Uetersen: Eine Braut, die sich traut

Die Bürger sollen am Ende entschieden, ob im Kreis Pinneberg eine neue Stadt mit dann gut 32.000 Einwohnern entsteht. Montage: Mass
Die Bürger sollen am Ende entschieden, ob im Kreis Pinneberg eine neue Stadt mit dann gut 32.000 Einwohnern entsteht. Montage: Mass

Die Bürger sollen am Ende entschieden, ob im Kreis Pinneberg eine neue Stadt mit dann gut 32.000 Einwohnern entsteht.

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17. Februar 2011, 10:50 Uhr

Tornesch/Uetersen | Der Tag nach der historischen Entscheidung: Torneschs Bürgermeister Roland Krügel (CDU) informierte am Dienstag seine Uetersener Kollegin Andrea Hansen (SPD) über das offizielle Fusionsangebot. Die hielt sich bedeckt: "Die Fusion ist nicht meine Baustelle. Die politischen Gremien müssen über dieses Thema beraten."
Der Tornescher Hauptausschuss hatte sich am Montagabend hinter verschlossenen Türen für einen Zusammenschluss der beiden Städte zum nächstmöglichen Zeitpunkt ausgesprochen (wir berichteten). Nach Informationen des sh:z stimmte nur die SPD dagegen. CDU, FDP und Grüne wollen die Fusion. Per Bürgerentscheid soll am Ende entschieden werden, ob im Kreis Pinneberg eine neue Stadt mit dann gut 32.000 Einwohnern entsteht. Ein möglicher Termin wäre die Landtagswahl 2012. Bei der Kommunalwahl 2013 könnte dann ein neues Parlament für die fusionierte Stadt gewählt werden.
Fusion schon 2013?
Tornesch hält um Uetersens Hand an: Aber ist die Rosenstadt auch eine Braut, die sich traut? "Na klar, wenn wir nicht alle unsere Kleider wegschmeißen müssen", frotzelt FDP-Fraktionschef Rolf Maßow. Keine Frage: Die Uetersener Liberalen sind heiratswillig. "Wir müssen jetzt einen Fusions-Katalog aufstellen und auch klar die Bedingungen benennen, die uns bei einem Zusammenschluss wichtig sind", betont Maßow. Einem Bürgerentscheid stehen die Liberalen positiv gegenüber. Ebenso die Sozialdemokraten. Fraktionschef Ingo Struve verkündete am Dienstag eine überraschende Fusions-Kehrtwende. Schluss mit der Strategie der kleinen Schritte. "Wir wollen Nägel mit Köpfen machen", sagte er. Schon im März soll ein Sonderausschuss Fusion gegründet werden. Wenn die Bürger die Fusion wollen, werde sich die SPD dem nicht verschließen. Der SPD-Fahrplan ist identisch mit den Vorstellungen in Tornesch. "2013, mit dem Ende der Legislaturperiode, könnte die Fusion starten", sagte Struve.
Das wird seinen CDU-Kollegen Kai Feuerschütz freuen. "Das ist ein gutes Signal aus Tornesch, das wir auch annehmen sollten." Er schlägt vor, dass Bürgervorsteherin Heike Baumann (SPD) eine Einwohnerversammlung zum Thema Fusion einberuft. Einen Bürgerentscheid sieht Feuerschütz nur als eine Option. "Die gewählten Volksvertreter müssen sich auch trauen, eine so wichtige Entscheidung selbst zu treffen." Dass die Wählergemeinschaft BfB das Brautkleid überstreifen würde, steht schon länger fest. Es gibt einen einstimmigen Fraktionsbeschluss pro Fusion.
Tornesch will heiraten, Uetersen ziert sich nicht mehr. Das sieht nach Hochzeit aus.

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