JVA Itzehoe : Überdosis Methadon: Gefängnisarzt verurteilt

Wegen fahrlässiger Tötung wurde der ehemalige Anstaltsarzt der Justizvollzugsanstalt Itzehoe vor dem Amtsgericht Itzehoe zu einer Geldstrafe verurteilt.

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28. März 2013, 08:52 Uhr

Itzehoe | Die Anklage warf dem ehemaligen Amtsarzt vor, einem Strafgefangenen im Januar 2011 eine zu hohe Dosis Methadon verordnet zu haben, ohne diesen zuvor persönlich untersucht zu haben.

Der damals 26-jährige Wedeler wurde wegen einer Ersatzfreiheitsstrafe in die Justizvollzugsanstalt (JVA) gebracht. Dort klagte er gegenüber einem Justizvollzugsbeamten über starke Entzugserscheinungen und gab an, regelmäßig Alkohol und Drogen zu konsumieren. Der telefonisch informierte Amtsarzt verordnete daraufhin 14 Milliliter Methadon und weitere Medikamente. Nachmittags fand ein weiterer Beamter den Häftling schlafend in seiner Zelle. Versuche, ihn zu wecken, scheiterten. Das stufte der Arzt bei einem weiteren Anruf als normales Schlafbedürfnis von Methadon-Konsumenten ein. Erst als der Mann auch abends nicht zu wecken war, fuhr der Arzt nach Itzehoe und rief einen Rettungswagen. Kurz nach dem Eintreffen der Sanitäter starb der Inhaftierte in seiner Zelle - wie die Gerichtsmedizin später feststellte an einer Überdosis Methadon.

Die Richterin verurteilte den Arzt zu einer Geldstrafe von 200 Tagessätzen à 100 Euro. Seine Fahrlässigkeit habe den Tod eines Menschen verursacht.

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