zur Navigation springen

Tipps vom Rechtsexperten : Tücken beim Tierarzt

vom

Der Arztbesuch mit einem Vierbeiner hat seine Besonderheiten. Worauf Sie achten sollten, erklärt unser Rechtsexperte.

shz.de von
erstellt am 01.Mär.2013 | 12:36 Uhr

Kiel | Der Arztbesuch mit einem Vierbeiner hat seine Besonderheiten. Obwohl Tiere nach § 90a BGB keine Sachen sind, sind die Vorschriften für Sachen anwendbar. Im Grunde ist für jeden Eingriff die Einwilligung des Eigentümers notwendig. Hat der Eigentümer der Behandlung nicht zugestimmt, so wird in der Regel eine Eigentumsverletzung beziehungsweise Sachbeschädigung vorliegen, wenn es zu einer Substanzverletzung oder einer Gebrauchsbeeinträchtigung des Tieres kommt.
Wird der Tierarzt mit einer Behandlung des Tieres beauftragt, so entsteht ein Behandlungsvertrag, aus dem sich Rechte und Pflichten für Eigentümer und Arzt ergeben.

Nach bisheriger Rechtsprechung stellt ein solcher Vertrag einen Dienstvertrag dar. Daher schuldet der Tierarzt keinen Erfolg, sondern nur eine Behandlung lege artis (Regeln der ärztlichen Kunst). Neben dieser Pflicht gibt es wie auch in der Humanmedizin verschiedene andere. Hierzu gehören die Pflichten zur Aufklärung über Diagnose, Verlauf und Risiken.

Krankenversicherung fürs Tier

Besonders wichtig in der Tiermedizin ist die wirtschaftliche Aufklärung, da die wenigsten Halter eine Krankenversicherung für das Tier abgeschlossen haben. Daher muss über die voraussichtlich entstehenden Kosten aufgeklärt werden. Dabei ist der Wert des Tieres in Relation zu den Kosten der Behandlung zu setzen. Auch Risiko und Kosten der Behandlung müssen ins Verhältnis gesetzt werden.
Die Kosten, die bei einer Behandlung entstehen können, werden durch die Gebührenordnung für Tierärzte bestimmt. Daran ist der Tierarzt gebunden, allerdings auch der Hundehalter.

Sollte durch die Behandlung des Tieres aufgrund eines Fehlers ein Schaden entstehen oder das Tier sterben, so hat der Halter Schadensersatzansprüche gegen den Tierarzt. Diese belaufen sich beim Tod des Tieres normalerweise auf die Anschaffungskosten. Bei Verletzung des Tieres kann ein Anspruch auf weitere Heilungskosten, den Minderwert, Fahrt- und Unkosten sowie bei gewerblich genutzten Tieren ein Nutzungsausfall bestehen. Ein Schmerzensgeldanspruch hat die Rechtsprechung bisher abgelehnt.

Tobias Umland ist Rechtsanwalt. Immer wieder hat er mit Rechtsfragen rund ums Tier zu tun. Schicken Sie unserem Experten Ihre Fragen an post@tier-courier.de.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen