Feriensaison : Trotz Regens nicht ins Wasser gefallen

Urlaub im Norden - für viele voll im Trend. Foto: grafikfoto.de
Urlaub im Norden - für viele voll im Trend. Foto: grafikfoto.de

Die Sommerferien sind in vielen Bundesländern zu Ende, die Gäste abgereist. Zeit für die Ferienorte, eine erste Zwischenbilanz zu ziehen.

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18. August 2012, 11:49 Uhr

Büsum/Föhr/Travemünde | Sommer in Schleswig-Holstein - das hieß 2012 über weite Strecken: Regen und mäßige Temperaturen. Sonnenschein und Wärme waren eher die Ausnahme. Die Urlauber kamen trotzdem. "Buchungsrückgang wegen Regen? Von wegen", fasst die Tourismus-Agentur Schleswig-Holstein (Tash) ihre vorläufige Zwischenbilanz zusammen.
Gerade Familien hätten ihren Schleswig-Holstein-Urlaub bereits im vergangenen Jahr gebucht, so dass die Quartiere in der Hauptsaison gut ausgelastet waren, sagte Sprecherin Franziska Palkowski der Nachrichtenagentur dpa. "Wir sind mit dem bisherigen Verlauf zufrieden und bleiben bei unserer Prognose, dass wir Ende des Jahres einen Zuwachs von zwei Prozent, sowohl bei den Gäste- als auch bei den Übernachtungszahlen erreichen werden", sagte Palkowski.
Probleme nur bei Tagesgästen
2011 wurden in Schleswig-Holstein 6,1 Million Gästeankünfte und 24,5 Millionen Übernachtungen statistisch erfasst. Dabei sind nur Übernachtungen in Hotels und Pensionen mit mehr als neun Betten berücksichtigt. "Wer gebucht hat, kommt unabhängig vom Wetter.
Probleme haben die Orte in einem Regensommer nur bei den Tagesgästen und den Spontanbuchungen, deren Bedeutung in den vergangenen Jahren immer mehr zugenommen hat", sagte die Tash-Sprecherin.
"Am Ende knallt die Peitsche"
Konkrete Zahlen aus einzelnen Orten gibt es noch nicht. Lediglich das Nordseebad Büsum meldet eine Belegungsquote von 97 Prozent, was nach Angaben des Tourismus Marketings Büsum in etwa der des Vorjahres entspreche. Auch auf Föhr kann Sandra Lessau von Föhr Tourismus nicht klagen. "Es läuft sehr gut." Dem vergangenen Jahr stehe 2012 in nichts nach, und bei schönem Wetter kämen auch gleich mehr Tagestouristen. Bei länger anhaltender guter Witterung gebe es zudem mehr kurzfristige Buchungen, sagt sie.
Auch für ihren Kollegen Frank Timpe von der Amrum Touristik ist die Saison noch nicht abgehakt. Die Nachfrage könne noch stärker sein, dennoch sei die Saison bislang erwartungsgemäß verlaufen. "Am Ende knallt die Peitsche", sagte Timpe und setzt auf einen goldenen Herbst. Ähnlich sieht es auch der Tourismusdirektor von Deutschlands einziger Hochseeinsel Helgoland, Klaus Furtmeier. Der Wettereinfluss sei zu spüren gewesen. "Einen schönen Restsommer und Herbst unterstellt, werden wir das Ergebnis des Vorjahres wohl halten können", sagt er.
Ob Lübeck-Travemünde, Scharbeutz oder Sierksdorf - die Badeorte an der Ostseeküste sind dagegen laut Tash durchweg zufrieden mit dem bisherigen Saisonverlauf. "Trotz des Regens ist bei uns niemand vorzeitig abgereist und sobald Sonne angesagt war, stiegen bei uns die Buchungsanfragen sprunghaft an", sagt zum Beispiel Michael Bartsch vom Kurbetrieb Dahme. Auch Doris Annette Schütz vom Lübeck und Travemünde Marketing spricht von einer sehr guten Buchungslage dank vieler frühzeitiger Reservierungen. Doch Strandkorbvermieter und Eisverkäufer litten unter Regen und Temperaturen, die nicht zum Strandbesuch verlockten. "An manchen Tagen haben wir hier ganz allein gesessen und gefroren, weil keine Gäste kamen", sagt die Travemünder Strandkorbvermieterin Anja Babies.

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