Schleswig-Holstein/Dänemark : Trotz Kontrollen: Die Freundschaft wächst

Ungeachtet des Grenzkontrollen-Konflikts wollen Schleswig-Holstein und Dänemark ihre Kooperation verstärken. Die Grenzregion soll Wachstums- und Kraftzentrum werden.

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07. Juli 2011, 08:32 Uhr

Kiel | Dafür wollen Schleswig-Holstein, Süddänemark und Seeland mit Kopenhagen auch gemeinsam in Brüssel um EU-Fördermittel werben und bei den Regierungen in Berlin und Kopenhagen ihre Interessen vertreten - das wurde am Mittwoch auf einer Veranstaltung zur Dänemark-Strategie der Landesregierung in Kiel deutlich.
Ministerpräsident Peter Harry Carstensen (CDU) regte an, den gemeinsamen Weg weiter zu gehen: Er bedauere, dass Dänemark wieder verstärkt an den Grenzen kontrolliere, von Boykottaufrufen halte er aber "überhaupt nichts". Der süddänische Regionsgeschäftsführer Mikkel Hemmingsen äußerte die Sorge, der Bau des geplanten Fehmarnbelt-Tunnels könne die Jütland-Route benachteiligen. "Diese Sorge ist unbegründet", versicherte Carstensen. "Wir werden beide Routen entwickeln und sie nicht gegeneinander ausspielen." Carstensen plädierte dafür, die Medizinstandorte Lübeck und Kopenhagen/Malmö als "Kraftzentren" miteinander zu verbinden. Den Kommunen riet er, vermehrt Betriebe entlang der Autobahnen anzusiedeln, so wie es die Dänen zwischen Rödby und Kopenhagen machten. Während Dänemark über Chancen diskutiere, stünden in Deutschland oft Risiken im Vordergrund. Der Fehmarnbelt-Tunnel könne eine "Lokomotive" für den ganzen Ostseeraum werden.
(dpa, shz)

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