Überwintern in Monte Gordo : Trecker-Tripp von Kappeln nach Portugal

Sylvia Fredrich und Rolf Bootz vor ihrem Oldtimer-Trecker-Bauwagen-Gespann im Kappelner Südhafen. Foto: Barz
Sylvia Fredrich und Rolf Bootz vor ihrem Oldtimer-Trecker-Bauwagen-Gespann im Kappelner Südhafen. Foto: Barz

Sylvia Fredrich und Rolf Bootz rollen mit 25 kmh Maximalgeschwindigkeit Richtung Algarve: In ihrem Oldtimer-Gespann brauchen die beiden bis zu vier Wochen für die 3000-Kilometer-Strecke.

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10. August 2011, 09:39 Uhr

Kappeln | Sie sorgen überall für Aufsehen, wo sie auftauchen: Rolf Bootz (75) und Sylvia Fredrich (67) aus Wendtorf im Kreis Plön mit ihrem Oldtimer-Wohnwagengespann, mit dem sie derzeit eine Woche Urlaub in Kappeln machen. Dabei bleiben sie eigentlich meist nicht länger als ein bis zwei Tage an einem Ort. Wohin sie auch kommen, fast überall werden sie neugierig begutachtet, freundlich begrüßt und spontan angesprochen. Das ist auch kein Wunder. Denn ihr Wohnwagengespann ist etwas Besonderes - es besteht aus einem Oldtimertrecker aus dem Jahr 1958 und einem Bauwagen aus dem Jahr 1972. Über dem Eingang steht selbstbewusst "Hars man son".
Früher waren sie mit einem Wohnmobil auf Reisen. Dann aber entdeckte Rolf Bootz vor zwei Jahren Trecker und Bauwagen und hat beides sofort gekauft. Und damit hat sich das Paar aus Plön, wie es freudestrahlend erzählt, einen "uralten Traum erfüllt". Der Bauwagen wurde für die Zwecke der beiden Senioren umgebaut. Er erhielt einen neuen Aufbau. Die Innenwände wurden mit Spanplatten ausgekleidet. Eine Küche mit zweiflammigem Gasherd, geräumige Betten und eine Essecke wurden ebenfalls eingebaut. Der Wohnwagen hat sogar - über der Zugdeichsel - eine überdachte Veranda, auf der man gemütlich sitzen kann. Wenn der Wagen gezogen wird, wird die Veranda hochgeklappt. Eine Mitnahmegelegenheit für ein Motorrad ist ebenfalls vorhanden. Das braucht das Paar, wenn es unterwegs zum Einkaufen fahren will oder Touren in die Umgebung machen möchte. Denn mit dem Trecker können die beiden maximal 25 Stundenkilometer schnell fahren, und sie kommen damit auch nicht überall hin. Dafür können sie übernachten, wo es ihnen gefällt - und es erlaubt ist. Der Trecker ist 6,70 Meter lang, 2,26 Meter breit und wiegt 2,26 Tonnen. Noch etwas schwerer ist der Bauwagen mit 2,65 Tonnen.
Warum Portugal? - "Man kann im Januar im Meer baden!"
Ihren einwöchigen Kappeln-Urlaub haben Rolf Bootz und Sylvia Fredrich vor ihre geplante großen Portugal-Fahrt geschoben. Sie wollten Kappeln einmal von Land aus erleben, denn von See her kannten sie die Schleistadt schon. Vor zwei Jahren waren sie mit dem eigenen Motorboot von Wendtorf aus unterwegs in der dänischen Südsee und machten dabei einen Abstecher nach Kappeln. Dieser erste Eindruck war so positiv, dass sie jetzt mit Trecker und Bauwagen hierher gefahren sind, "um Kappeln besser kennen zu lernen".
Danach geht es aber Richtung Portugal. Dort wollen sie in Monte Gordo überwintern, genauso wie im vergangenen Winterhalbjahr. Damals waren sie im September losgefahren. Im Mai mussten sie nach Hause, um die Post zu sichten. Außerdem stand ein Tüv-Termin für Trecker und "Wohnwagen" an. Große Mängel wurden nicht entdeckt. Die Zugachse war ein wenig verbogen. "Nicht Schlimmes", so Rolf Bootz. Der erneuten Überwinterung in Portugal steht also nichts entgegen.
Diesmal starten Rolf Bootz und Sylvia Fredrich aber bereits im August. Drei bis vier Wochen wird die Anreise dauern. Schließlich dürfen sie keine Autobahnen benutzen. "Dadurch kommen wir durch viele Orte", erzählen die beiden rüstigen Senioren.
Auf die Frage, warum sie das alles auf sich nehmen, hat Sylvia Fredrich eine eindeutige Antwort: "In Portugal ist es schön warm. Und man kann im Januar im Meer baden."
(rz, shz)

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