Der erste Fährschiffer : Trauer um Helgoland-Kapitän Cassen Eils

Cassen Eils
Cassen Eils

Cassen Eils hat Helgoland-Geschichte geschrieben - und Millionen Passagiere zur Felseninsel gebracht. Im Alter von 86 Jahren starb er nach schwerer Krankheit.

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09. Januar 2010, 09:51 Uhr

Büsum/Helgoland | Er war der erste Kapitän, der nach dem 2. Weltkrieg die Hochseeinsel Helgoland mit einem Seebäderschiff ansteuerte. Mittwochabend starb Reeder Cassen Eils nach schwerer Krankheit im Alter von 86 Jahren in seiner Heimatstadt Cuxhaven. Mit seinen Schiffen wie der MS "Funny Girl" hatte er in den vergangenen 55 Jahren mehr als sechs Millionen Fahrgäste von Büsum und Cuxhaven aus zum "Roten Felsen" geschippert. Und er sorgte dafür, dass die Insulaner auch im Winter nicht vom Festland abgeschnitten waren. Trotz aller Widrigkeiten hielt er am Winterfahrplan fest und nahm auch noch im hohen Alter das Ruder selbst in die Hand. Für sein Lebenswerk verlieh ihm Bundespräsident Horst Köhler im vorigen Jahr das Bundesverdienstkreuz.

Cassen Eils stammt von Norderney, seine Vorfahren waren Fischer. Mit 15 heuerte er als "Moses" auf dem Windjammer "Priwall" an, umrundete auf der Viermastbark mehrfach Kap Hoorn. An der ganzen Küste war der eigenwillige Reeder beliebt. Er mochte die Menschen, pflegte Freundschaften - die Trauer um "Cassi" ist groß.

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