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Hof Mougin in Lenste : Tradition und Tourismus

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"Tag der Höfe" - in unserer Serie stellen wir ausgewählte Betriebe in Schleswig-Holstein vor. Heute: der Hof Mougin in Lenste bei Grömitz.

Die Familie Mougin in Lenste bei Grömitz kann auf eine über Jahrhunderte andauernde Hoftradition blicken. Seit 1668 befindet sich der Hof in den Händen der Familie. Ursprünglich war der Familienname "Landschoof". Für den französischen Namenszug sorgte Jean Baptiste Mougin aus dem Elsass, der mit Napoleons Truppen zwischen 1806 und 1812 nach Deutschland kam und Lübeck besetzte. Eine neue Heimat fand er in Gosdorf bei Lensahn als Hufner und heiratete eine der wenigen weiblichen Landschoof-Hoferben.
Heute arbeiten zwei Generationen in dem stetig gewachsenen Betrieb - Heinrich Mougin senior mit Frau Wibke und deren Sohn Heinrich junior mit seiner Frau Friederike. Der Strukturwandel in der Landwirtschaft verlangte ständige Veränderungen. Schon 1974 wurde das Milchvieh abgeschafft, und aus dem Kuhstall entstand ein moderner Schweinemaststall. Stets am Markt orientiert, entschied sich Heinrich Mougin senior einige Jahre später für den Anbau von Sonderkulturen. 1986 gehörte er zu den ersten Landwirten der Region, die Erdbeeren anbauten und direkt vermarkteten. "Das Klima nahe der Ostsee ist ideal für Erdbeeren", sagt Friederike Mougin. Aus dem anfänglich einen Hektar sind heute rund 500 geworden, auf denen neben Erdbeeren auch Kartoffeln, Himbeeren, Spargel und Stiefmütterchen angebaut werden. Weizen und Raps ergänzen die Fruchtfolgen auf den Ackerflächen. In der Saison sind etwa 300 ausländische Erntehelfer auf den Feldern tätig, und ein Team von rund 100 Personen arbeitet in den hauseigenen Verkaufsständen zwischen Kiel und Lübeck.
Hofladen zieht Kunden weit über die Grenzen der Region
Auch den touristischen Aspekt verlor die Familie nie aus den Augen. Mit der Entwicklung des Ostseebades Grömitz in den "Goldenen 20ern" vermieteten die Mougins Zimmer an Sommergäste, die zumeist mit dem Schiff von Travemünde anreisten. Ab Mitte der 1950er Jahre wurde daraus "Urlaub auf dem Bauernhof" mit Vollpension.
Seniorchefin Wibke Mougin baute ab 1992 das "Plantagen-Café" und fünf Jahre später einen Hofladen auf. Neben den eigenen Produkten, zu denen anfänglich auch Wurst und Schinken der eigenen Schweine zählte, bot sie Eier und Milchprodukte aus der Region an. Mit dem Kauf und Umbau des "Ziegelhofes", direkt an der L501 zwischen Grömitz und Cismar, expandierte das Familienunternehmen ab 2001 weiter. Mit viel Liebe zum Detail entstand hier ein gemütlich eingerichtetes Bauernhof-Café, das im Sommer auf der Terrasse ebenso begehrt ist wie im Winter am prasselnden Kaminfeuer. Ein Muss sind die schmackhaften und nach alten Familienrezepten hausgemachten Tortenkreationen. Und auch der Hofladen zieht Kunden weit über die Grenzen der Region an. Besonders jetzt gehören der erntefrische Spargel, die jungen Kartoffel und die ersten Erdbeeren in jeden Einkaufskorb. Frischer geht es nicht.
Zum Hoffest "Raus aufs Land" am 22. Mai geht es auf dem "Ziegelhof" mit einer Krangondel hoch hinaus, sodass man einen fantastischen Panoramablick über die knallgelben Rapsfelder und die nur wenige hundert Meter entfernte Ostsee hat. Für den Nachwuchs wird das Toben in einer großen Strohlandschaft zum besonderen Erlebnis.
(shz)

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erstellt am 06.Mai.2011 | 11:52 Uhr

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