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Tod in der Südsee : Toter Weltumsegler aus SH – Prozessauftakt

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Der Fall sorgte weltweit für Schlagzeilen: Stefan R. aus Haselau (Kreis Pinneberg) wird 2011 auf einer Südsee-Insel getötet. Seine Lebensgefährtin kommt davon. Vor einem Geschworenen-Gericht in Französisch-Polynesien begann jetzt der Prozess gegen den Täter. Dieser wiederholt alte Vorwürfe.

Papeete | Rund zweieinhalb Jahre nach der grausamen Tötung eines deutschen Weltumseglers auf der Südsee-Insel Nuku Hiva hat der Prozess gegen den mutmaßlichen Täter begonnen. Dem einheimischen Jäger Arihano Haiti wird in dem Verfahren vor einem Gericht in Französisch-Polynesien vorgeworfen, den aus Schleswig-Holstein stammenden Stefan R. während eines gemeinsamen Ausfluges erschossen und verbrannt zu haben. Die Lebensgefährtin des Opfers soll er später an einen Baum gefesselt, sexuell belästigt und mit dem Tod bedroht haben. Die in Würzburg geborene Heike Dorsch konnte sich jedoch befreien und fliehen. Sie schrieb 2012 ein Buch über die „Weltumsegelung, die zum Alptraum wurde“.

Zum Prozessauftakt wiederholte der 33 Jahre alte Angeklagte am Dienstag (Ortzeit) seine bereits bei Vernehmungen geäußerte Version der Geschehnisse. Nach dieser tötete er den 40-jährigen Deutschen, nachdem er von ihm angegriffen und vergewaltigt worden war. Die Attacke auf Dorsch erklärte Arihano Haiti damit, dass er der Frau nur habe zeigen wollen, wie ihr Lebensgefährte ihn angegriffen habe.Für diese Schilderungen gibt es nach Ansicht der Anwälte der Hinterbliebenen allerdings keinerlei Beweise. Schon die mächtige Statur des Angeklagten macht es ihrer Meinung nach äußerst unwahrscheinlich, dass sich dieser habe vergewaltigen lassen. Zudem gibt es keinerlei Hinweise auf homosexuelle Neigungen des Opfers.

Der Unternehmensberater Stefan R. aus dem Ort Haselau (Kreis Pinneberg) war 2008 Jahren mit seiner Lebensgefährtin auf seinem 14 Meter langen Katamaran „Baju“ zu einer Weltumsegelung gestartet. Das Verbrechen auf der rund 1400 Kilometer von Tahiti entfernten Insel Nuku Hiva hatte 2011 international für Aufsehen gesorgt. Der Tatverdächtige war rund sieben Wochen auf der Flucht gewesen. Wilde Spekulationen um einen „Kannibalen-Mord“ erhärteten sich allerdings nicht.

Der Prozess vor einem Geschworenengericht in Papeete soll voraussichtlich am Freitag (Ortszeit) enden. Die Stadt auf Tahiti ist Hauptstadt des französischen Überseegebiets Französisch-Polynesien, zu dem auch die Marquesasinsel Nuku Hiva gehört. Dem Angeklagten Arihano Haiti droht im Fall einer Verurteilung lebenslange Haft.

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erstellt am 14.Mai.2014 | 08:11 Uhr

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