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Mordverdacht : Tote Lübecker Joggerin: Anklage gegen Mann

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Beim Joggen kam eine 29-jährige Lübeckerin ums Leben. Sie wurde erstochen, ein 45-Jähriger ist angeklagt. Für die Staatsanwaltschaft ist die Beweislage erdrückend.

shz.de von
erstellt am 09.Aug.2013 | 01:51 Uhr

Schwerin | Einen Monat nach dem gewaltsamen Tod einer Lübecker Joggerin hat die Schweriner Staatsanwaltschaft Anklage gegen den 45-jährigen Tatverdächtigen erhoben. Dem Mann werden Mord, versuchte sexuelle Nötigung und Verstoß gegen das Waffengesetz zur Last gelegt. Wie die Staatsanwaltschaft am Mittwoch mitteilte, geht sie davon aus, dass der wegen versuchter Vergewaltigung vorbestrafte Mann die junge Frau erstochen hat, als diese sich gegen den sexuellen Übergriff wehrte. Er wohnte in der Nähe der Eltern des Opfers und war drei Tage nach der Tat aufgrund von DNA-Spuren verhaftet worden. Die Anklage wurde am Landgericht Schwerin eingereicht, das nun über die Eröffnung des Prozesses entscheidet.
Die 29-Jährige, die mit Mann und zweijährigem Kind ihre Eltern in Lübeck besucht hatte, war am Morgen des 7. Juli in einem Wald bei Herrnburg (Nordwestmecklenburg) gejoggt, als sie angegriffen wurde. Nach Überzeugung der Staatsanwaltschaft stach der Mann nach dem misslungenen Übergriff aus Angst vor Entdeckung mit einem sogenannten Butterfly-Messer der Frau in den Hals. Sie war danach verblutet.

Keine Zeugen

Passanten fanden die Tote am alten Kolonnenweg an der ehemaligen innerdeutschen Grenze. Die Staatsanwaltschaft sieht nach eigenen Angaben niedrige Beweggründe für die Tat. Das Gesetz sehe für solche Taten lebenslange Haft vor. Der Angeklagte habe sich zu den schweren Vorwürfen bisher nicht geäußert. Das könne aber nicht als Schuldeingeständnis gewertet werden, betonte die Anklagebehörde. Für das Tatgeschehen gebe es keine Zeugen.
Dennoch zeigte sich die Staatsanwaltschaft überzeugt, den Mann anhand "objektiver Beweismittel" überführen zu können. Auf dem in Tatortnähe gefundenen Messer seien DNA-Spuren des Tatverdächtigen und des Opfers festgestellt worden. Zudem sprächen Schuhabdrücke für die Täterschaft des 45-Jährigen. Er habe sein Opfer aus sexuellen Beweggründen ausgesucht und nicht, um sie auszurauben. Dafür sprächen die Wahl des Tatorts und der Tatzeit. Die junge Frau sei an einem Sonntagvormittag auf einem beliebten Joggingweg unterwegs gewesen und habe "ersichtlich keine Wertgegenstände bei sich" getragen, erklärte die Staatsanwaltschaft.

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