zur Navigation springen

Absturz im Juni : Tote aus SH – Learjet flog zu enge Kurve

vom

Im Juni kollidierte im Sauerland ein Learjet mit einem Eurofighter. Zwei Piloten aus SH kamen ums Leben. In einem Medienbericht ist jetzt von einem Pilotenfehler die Rede.

Berlin/Hohn | Drei Monate nach der Kollision eines Learjets mit einer Bundeswehrmaschine über dem Sauerland verdichten sich die Hinweise auf einen Fehler des zivilen Piloten. Der Learjet sei eine zu enge Linkskurve geflogen, wodurch er mit dem Eurofighter der Bundeswehr kollidierte. Das geht aus einem Zwischenbericht der Bundesstelle für Flugunfalluntersuchung (BFU) hervor.

Die für den Absturz mit zwei Toten zuständige Staatsanwaltschaft Arnsberg sieht daher keine neuen Ermittlungsansätze. „Ich habe bislang keine Anzeichen auf einen Flugfehler des Militärpiloten“, sagte Staatsanwalt Klaus Neulken am Mittwoch.

Die BFU will ihren Erkenntnisstand zu dem Unfall mit zwei Toten – die 50 und 43 Jahre alten Piloten stammen beide aus Schleswig-Holstein – am Mittwoch auf ihrer Internetseite veröffentlichen. Das kündigte ein Sprecher auf Anfrage an.

Die an einer Routine-Übung beteiligte Privatmaschine, die im Auftrag der Bundeswehr in Hohn startete, war am 23. Juni in etwa 2500 Metern Höhe mit einem Eurofighter der Luftwaffe kollidiert und in unmittelbarer Nähe von Häusern der Ortschaft Olsberg-Elpe abgestürzt. Die beiden Insassen des Learjets, die ehemalige Militärpiloten waren, kamen ums Leben.

Bei der Übung sollte die Situation simuliert werden, dass eine zivile Maschine ohne Funkverbindung in den deutschen Luftraum eintritt und von einem vorausfliegenden Eurofighter zum Landen gebracht werden soll.

Bereits wenige Tage nach der Kollision des aus Schleswig-Holstein stammenden zivilem Flugzeugs mit einer Bundeswehrmaschine ging die Luftwaffe von einem Fehler des Learjet-Piloten aus. Da bei dem Eurofighter der Außentank abgerissen sei, vermute man, dass die Privatmaschine zu dicht von unten an den Kampfjet herangeflogen sei, sagte Ende Juni ein Sprecher der Luftwaffe in Berlin.

Wie die „Süddeutsche Zeitung“ weiter berichtet, sei der Kampfjet eine Linkskurve geflogen, während der Learjet zunächst leicht nach rechts steuerte und dann ebenfalls in eine Linkskurve gegangen sei. Laut der Aufzeichnungen des „Cockpit Voice Recorders“ habe der Kopilot des Learjets zu dem Zeitpunkt gesagt: „Kannst du mal nehmen, ich kann den nicht mehr sehen.“ Zehn Sekunden später habe der Rekorder dumpfe Geräusche aufgezeichnet, bevor die Aufzeichnung nach einer Sekunde stoppte.

zur Startseite

von
erstellt am 24.Sep.2014 | 07:58 Uhr

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen