zur Navigation springen

Auf Helgoländer Lummenfelsen : Todesfalle Plastik: Tierschützer warnen vor Gefahren für Seevögel

vom

Tödliche Gefahr: Wenn sich Vögel in Plastikseilen verheddern, kann es für sie das Ende bedeuten. Darauf machten Tierschützer aufmerksam.

shz.de von
erstellt am 09.Dez.2015 | 19:07 Uhr

Helgoland | Mit einer Kletteraktion auf dem Helgoländer Lummenfelsen haben Tierschützer auf die tödlichen Gefahren für Vögel durch Plastikmüll in den Meeren aufmerksam gemacht. Die Aktivisten seilten sich von 40 Metern Höhe ab, um unter wissenschaftlicher Aufsicht plastikverseuchte Vogelnester zu bergen. Am Lummenfelsen verendeten immer wieder Basstölpel und Trottellummen qualvoll in Plastikfäden, die die Seevögel aus dem Meer fischten und zum Nestbau verwendeten, teilte die Umweltschutzorganisation Greenpeace am Mittwoch mit. Jungvögel seien besonders stark betroffen.

Helgoland ist der einzige Brutplatz für Hochseevögel in Deutschland. Gefährlich ist der Müll für die Tiere, wenn sie ihn verschlucken oder sich darin verheddern.

Der Klettereinsatz in Deutschlands kleinstem Naturschutzgebiet sei der Start des Forschungsprojekts von Greenpeace und der Zeitschrift „GEO“ gewesen, hieß es. Es soll untersucht werden, wie viel und welche Art von Plastik zum Nestbau genutzt wird, woher es stammt und ob durch menschlichen Eingriff das Vogelsterben verringert werden kann.

An dem Lummenfelsen seien schon von weitem bunte Plastikfäden zu erkennen. Dabei handle es sich um Reste von Grundschleppnetzen, wie sie in der industriellen Fischerei verwendet würden, hieß es. Die Scheuerschutzfransen sollen die schweren Grundschleppnetze vor Abnutzung schützen und reissen bei Bodenkontakt ab.

„Mit dieser einkalkulierten, permanenten Plastikverschmutzung verstößt die Fischereiindustrie gegen geltendes internationales Recht“, sagte Sandra Schöttner, Meeresexpertin von Greenpeace.

Sie mögen Helgoland? Dann wird Sie auch unsere Multimedia-Reportage über die Seenotretter der DGzRS auf dem "Roten Felsen" interessieren. Sie finden die Reportage unter helgoland.shz.de

 

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Die Kommentare wurden für diesen Artikel deaktiviert