Einsatz in Husum : Tod nach Polizeischüssen: In SH starben seit 1999 drei Menschen

Polizisten begeben sich bei ihren Einsätzen in Lebensgefahr. Manchmal müssen sie selbst zur Waffe greifen - wie am Donnerstag in Husum. 2014 starben dabei vier Menschen.

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05. Dezember 2014, 13:52 Uhr

Husum | In Husum hat ein Polizist einen Mann erschossen, nachdem dieser mit Messern auf den Beamten zulief. Immer wieder kommt es vor, dass Menschen durch Schüsse aus Polizeiwaffen getötet werden. 2014 gab es deutschlandweit unter anderem diese Fälle:

November 2014: Polizist erschießt 23-Jährigen in Kassel

Wegen eines Familienstreits wurden Polizisten in eine Kasseler Wohnung gerufen. Ein 23-Jähriger entriss einem der Beamten die Dienstwaffe und verletzte zwei Polizisten durch Schüsse. Daraufhin erschoss ein dritter Beamter den Mann.

August 2014: Polizist erschießt Mann nach Bedrohnung

Ein Polizist hat in Goch am Niederrhein einen Mann erschossen, der laut Polizeibericht drohend auf ihn zukam und auf Ansprache nicht reagierte. Die Polizei hatte einen Hinweis erhalten, dass ein Mann mit einem spitzen Gegenstand in der Hand durch einen Park laufe und den Gegenstand dabei hin- und herschwinge. Die Besatzung eines Streifenwagens habe den Mann damals angesprochen, teilte die Polizei in Kleve mit. Dieser aber habe nicht reagiert und sei drohend auf die Beamten zugegangen. Daraufhin habe ein Beamter einen Schuss aus seiner Dienstwaffe auf den 35- bis 40-Jährigen abgegeben. Trotz notärztlicher Behandlung sei der Mann am Tatort gestorben.

Juli 2014: Polizist erschießt mutmaßlichen Verbrecher

Ein Polizist hat im oberbayerischen Burghausen einen mutmaßlichen Verbrecher erschossen. Zwei Beamte wollten den 33-Jährigen am Abend auf einer Straße in einem Wohnviertel festnehmen, wie das Polizeipräsidium Oberbayern Süd mitteilte. Beim Versuch der Festnahme im Freien habe ein Polizeibeamter auf den wegen eines Verbrechens Gesuchten geschossen. Die Staatsanwaltschaft Traunstein und Ermittler des Landeskriminalamts aus München nahmen Ermittlungen auf.

Juni 2014: Polizisten erschießen 75-Jährigen nach Messerattacke

Polizisten haben in Heinsberg in Nordrhein-Westfalen einen Mann erschossen, nachdem der 75-Jährige mit einem Messer auf sie losgegangen war und drei Beamte schwer verletzt hatte. Vier Beamte waren zuvor zu dem Mehrfamilienhaus gefahren, um dort einen Streit zwischen Mietparteien zu schlichten. Dabei wurden die Beamten angegriffen. Drei Beamte wurden schwer verletzt, wie die Staatsanwaltschaft Aachen berichtete. Die Polizisten hätten die Angriffe nur durch einen Schuss abwehren können.

In Schleswig-Holstein gab es bisher sehr selten Fälle, in denen Polizisten auf Menschen schossen. Erst Ende November erklärte Polizeidirektor Dirk Keller, Leiter der Abteilung 5 im Landeskriminalamt und damit Chef der Spezialkräfte SEK und MEK: „In Schleswig-Holstein wurde in den 40 Jahren unseres Bestehens nur in fünf Fällen die Schusswaffe gegen Menschen eingesetzt.“

Auch die Polizeivollzugsbeamten dokumentieren die Vorfälle ganz genau. Von 1999 bis 2013 - also in 14 Jahren wurden in ganz Schleswig-Holstein 21 Schüsse abgefeuert. Dabei starben zwei Menschen, 18 wurden verletzt. Zuletzt wurde 2013 ein Mann in Kiel-Gaarden von einer Polizistin niedergeschossen - allerdings nicht tödlich. 2014 muss die Statistik um ein weiteres Todesopfer ergänzt werden.

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