Karl-May-Spiele in Bad Segeberg : Tierschutz protestiert gegen Pferd als Geschenk

Tierschützer kritisieren die Festspiele am Kalkberg: Pferde würden durch einen Werbegag zur Sache degradiert. Foto: dpa
Tierschützer kritisieren die Festspiele am Kalkberg: Pferde würden durch einen Werbegag zur Sache degradiert. Foto: dpa

Tierschützer halten die Tradition, dem 100.000sten Besucher der Karl-May-Festspiele ein Pferd zu schenken, für geschmacklos.

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28. Juli 2012, 11:09 Uhr

Bad Segeberg | Eine langjährige Tradition der Karl-May-Spiele in Bad Segeberg erhitzt die Gemüter von Tierschützern. Der Deutsche Tierschutzbund protestiert dagegen, dass der 100.000ste Besucher der Wildwestshow am Kalkberg, der am Donnerstagabend erwartet wurde, ein Pferd als Geschenk erhält. "Das ist zwar nicht verboten, aber wir halten es für geschmacklos, weil es ein Tier zur Sache degradiert", sagte die Sprecherin des Deutschen Tierschutzbundes, Marion Dudla, am Donnerstag.
Die Geschäftsführerin der Karl-May-Spiele, Ute Thienel, wies die Vorwürfe zurück. "Der 100 000ste Besucher erhält als Gewinn nur dann das Pferd, wenn er nachweisen kann, dass er es artgerecht unterbringen und versorgen kann", sagte Thienel. Wer diese Voraussetzungen nicht erfüllen könne, erhalte den Gegenwert von 2000 Euro in bar. Nach Angaben der Festspiele hatte sich zuletzt 2004 ein Gewinner für das Pferd entschieden.
Lebendes Tier als Werbegag
"Wenn sich der Gewinner für das Pferd entscheidet, behalten sich die Karl-May-Spiele vor, die Unterbringung und Haltung zu überprüfen. Außerdem stellen wir durch ein Vorkaufsrecht sicher, dass der Gewinner das Pferd nicht ohne unser Wissen verkaufen kann. In dem Fall würden wie es zurückkaufen", sagte Thienel.
Für den Tierschutzbund spielt es keine Rolle, ob sich die Gewinner für das Geld oder das Pferd entscheiden. "Es ist einfach ein falsches Signal, als Werbegag ein lebendes Tier anzubieten", sagte Dudla. "Wir haben leider erst jetzt von dieser Praxis erfahren, sonst hätten wir schon früher dagegen protestiert", sagte sie.

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