Waldrapps geschlüpft : Tierisch wertvoller Nachwuchs an der Westküste

Das wenige Tage alte Waldrapp-Küken sitzt auf der Hand einer Pflegerin im Westküstenpark in St. Peter-Ording (Kreis Nordfriesland). Foto: dpa
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Das wenige Tage alte Waldrapp-Küken sitzt auf der Hand einer Pflegerin im Westküstenpark in St. Peter-Ording (Kreis Nordfriesland). Foto: dpa

Große Freude im Westküstenpark in St. Peter-Ording: Bei den Waldrapps sind die ersten Küken geschlüpft. In freier Wildbahn findet man die Tiere nur noch äußerst selten.

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15. Mai 2008, 02:05 Uhr

Der Westküstenpark in St. Peter- Ording (Kreis Nordfriesland) freut sich über wertvollen Vogel- Nachwuchs. Bei den Waldrapps sind die ersten Küken geschlüpft. Den Waldrapp gibt es schon seit der Altsteinzeit - seit einer Million Jahren. In Mitteleuropa starb er vermutlich wegen intensiver Jagd im 17. Jahrhundert aus. In freier Wildbahn findet man den "Europäischen Ibis" heute nur noch in Marokko und Algerien, sagte Parkleiter Peter Marke. Dort wird der Bestand auf einige hundert Tiere geschätzt. Mit Hilfe von Tierparks laufen jedoch diverse Wiederansiedlungsversuche in Mitteleuropa.
Der ausgewachsene Waldrapp hat ein schwarzes Gefieder und einen kahlen, roten Kopf, der an einen mumifizierten Totenschädel erinnert. An der Spitze seines langen, gebogenen Schnabels hat er "Mechanorezeptoren" genannte Sinneszellen. Auf der Suche nach Nahrung stochert er mit diesem sensiblen Schnabel bis zu zehn Zentimeter tief im Boden. Täglich vertilgt er ein halbes Pfund Regenwürmer, Engerlinge und Schnecken, aber auch die Stängel und Triebspitzen mancher Kräuter.
Der Waldrapp brütet in Kolonien in Felswänden - häufig an Flussufern oder Gewässern, erklärte Marke. Er ist ein äußerst geselliger Vogel mit ausgeprägter Familienbindung. Am liebsten schläft und frisst er in Gesellschaft, und bei der Erziehung des Nachwuchses helfen nicht nur die älteren Geschwister. In Tierparks gehaltene Einzelpaare bekommen grundsätzlich keinen Nachwuchs, da eine "Brutstimmung" erst innerhalb einer Kolonie entsteht.

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