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Rosenmontag 2015 : Terrorgefahr in Braunschweig: Marne feiert trotzdem Karneval

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In Braunschweig fällt der Karnevalsumzug aus. „Eine Absage kommt für uns definitiv nicht in Frage“, heißt es aus Marne.

Marne/Braunschweig | Der Karnevalsumzug in Braunschweig wurde am Sonntag kurz vor dem Start wegen Hinweisen auf mögliche Terroranschläge abgesagt - der traditionelle Rosenmontagszug in Schleswig-Holsteins einziger Karnevalshochburg Marne (Kreis Dithmarschen) soll pünktlich um 14 Uhr mit der Rathauserstürmung starten. „Eine Absage kommt für uns definitiv nicht in Frage“, sagt Heiko Claußen, Präsident der Marner Karnevalsgesellschaft, auf Anfrage des sh:z. 20.000 Narren werden erwartet.

Der Braunschweiger Karneval, der sogenannten „Schoduvel“, gilt als der größte Karnevalsumzug Norddeutschlands. Eigentlich waren am Faschingssonntag bis zu 250.000 Besucher erwartet worden. Das Spektakel gilt als der größte Karnevalsumzug Norddeutschlands. In diesem Jahr sollten 4500 Teilnehmer aktiv dabei sein. Rund 100 Motivwagen waren geplant.

Die Informationen über mögliche Terroranschläge seien in der Nacht und am Morgen eingegangen und bewertet worden, sagte ein Polizeisprecher. Aus „zuverlässigen Staatsschutzquellen“ sei bekanntgeworden, dass „eine konkrete Gefährdung durch einen Anschlag mit islamistischen Hintergrund vorliege“, heißt es bei der Polizei.

„Es handelte sich nicht um eine SMS oder einen Drohanruf“, sagte ein Polizeisprecher am Sonntag. Die Informationen würden von einem Zeugen stammen, den die Ermittler kennen würden und einschätzen könnten, sagte Braunschweigs Polizeichef Michael Pientka. Die Informationen hätten zum Handeln gezwungen. Unklar sei zunächst, auf welche konkrete Art ein Anschlag verübt werden sollte.

Bereits am Samstagabend hätten die Braunschweiger Behörden die Hinweise erhalten und daraufhin gründlich geprüft. Festnahmen gab es zunächst nicht.

Erst vor wenigen Wochen hatte eine Terrordrohung in Dresden gegen die islamkritische Pegida-Bewegung zu einem Demonstrationsverbot in der gesamten Stadt geführt.

Anders als in Braunschweig feierten zum Beispiel in Hessen am Sonntag Hunderttausende Menschen Karneval: Allein in Wiesbaden kamen 400.000 Menschen zum Umzug. In Frankfurt am Main waren es rund 330.000.

Am Rosenmontag werden auch in den Karnevalshochburgen in Mainz, Düsseldorf und Köln Hunderttausende Menschen bei Straßenumzügen erwartet. Diese sollen stattfinden. Aus den Innenministerien in NRW und Rheinland-Pfalz hieß es, es gebe keine konkreten Hinweise auf Bedrohungen. Die Polizei sei aber sensibilisiert. Die Behörden in anderen Ländern wie Baden-Württemberg und im Saarland betonten ebenso, die dortigen Karnevalsumzüge sollten planmäßig stattfinden.

Am Wochenende hatten Terroranschläge die Hauptstadt im Nachbarland Dänemark erschüttert. Bei den Attentaten in Kopenhagen waren zwei Menschen getötet und fünf verletzt worden, bevor die Polizei den mutmaßlichen Täter am frühen Sonntagmorgen erschoss.

Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU) sieht nach den Attacken von Kopenhagen weiter eine hohe Terrorgefahr in der Bundesrepublik. „Die Gefährdungslage in Deutschland ist unverändert hoch“, erklärte er. „Die Sicherheitsbehörden von Bund und Ländern gehen dabei jedem Hinweis und jeder Information, die sie erreicht, mit größter Sorgfalt nach.“ Sofern Maßnahmen nötig seien, würden sie ergriffen.

Aus Sicherheitskreisen hieß es, nach Anschlägen wie im Januar in Paris und nun in Kopenhagen gehe eine Vielzahl an möglichen Terrorhinweisen ein. Die Sicherheitsbehörden müssten jedem Hinweis nachgehen und prüfen, ob es sich nur um Wichtigtuerei handele oder wirklich etwas dahinterstecke. Das sei sehr schwierig - und führe manchmal zu Vorsichtsmaßnahmen wie nun in Braunschweig.

Niedersachsens Innenminister Boris Pistorius bezeichnete die Absage des Karnevalsumzugs in Braunschweig als massiven, aber leider absolut notwendigen Schritt. „Wenn es konkrete Hinweise darauf gibt, dass Menschen gefährdet sein könnten, muss die Sicherheit dieser Menschen Vorrang haben“, sagte der SPD-Politiker am Sonntag. Die Einschätzung, dass sich die Bedrohung durch den islamistischen Terrorismus jederzeit konkretisieren könne, sei eingetroffen.

Braunschweigs evangelischer Landesbischof Christoph Meyns rief nach der Absage zur Besonnenheit auf. „Die Wut und der Ärger über die Absage des Karnevalsumzuges dürfen keine Gründe für anti-islamische oder fremdenfeindliche Hetze sein“, sagte er am Sonntag. Er plädiert für ein weiter friedliches und vertrauensvolles Miteinander der unterschiedlichen Religionen.

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erstellt am 15.Feb.2015 | 12:31 Uhr

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