Sprenge und Hamburg : Tempo 291: Rekord-Raser gestoppt

Der BMW-Fahrer (rechts) steht in Handschellen neben seinem Auto. Im Kofferraum entdeckten die Beamten Marihuana. Foto: dpa
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Der BMW-Fahrer (rechts) steht in Handschellen neben seinem Auto. Im Kofferraum entdeckten die Beamten Marihuana. Foto: dpa

Mit 100 durch eine Ortschaft, mit 160 über die Landstraße - ein Autofahrer in Sprenge raste der Polizei davon. Der Spitzenreiter aber heizte durch Hamburg: Mit 291 km/h.

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31. März 2011, 08:37 Uhr

Da konnten die Polizisten das Gaspedal noch so sehr durchtreten - dieser Raser war schneller. Mit Tempo 291 flüchtete der schwarze 7er BMW auf der Autobahn 1 in Hamburg vor einem zivilen Videowagen. Damit hatte er fast das Dreifache der erlaubten Geschwindigkeit, nämlich 100 Kilometer pro Stunde, auf dem Tacho. Die Polizisten im Videowagen mussten bei Tempo 250 aufgeben - der Höchstgeschwindigkeit ihres Autos. Dennoch schafften sie es, die Geschwindigkeit des BMW zu messen und Kollegen zu verständigen.
Mehrere Streifenwagen konnten den Rekordraser schließlich stoppen. Polizeisprecher Andreas Schöpflin: "Nach unserer Erinnerung ist das die höchste Geschwindigkeit, die jemals in Hamburg ermittelt wurde."

Der BMW mit polnischem Kennzeichen, in dem vier Männer saßen, war am Montagabend gegen 20.45 Uhr zwischen den Anschlussstellen Billstedt und Öjendorf in Richtung Norden gerast. Auf dem Autobahnkreuz Ost wechselte er auf die A24 in Richtung Hamburg-Innenstadt. Erst als der BMW kurz darauf im Stadtteil Jenfeld die Autobahn verließ, konnten die Beamten der Verkehrsstaffel ihn einholen und stoppten ihn mit Hilfe anderer Streifenwagen. "Der Fahrer hat anschließend nichts gesagt", berichtet Schöpflin. Dafür gestand sein Beifahrer spontan: "Ich hatte Angst."
Drei Monate Fahrverbot, vier Punkte, 1800 Euro Strafe
Bei dem Rekordraser handelt es sich um einen Brasilianer (22) mit Wohnsitz Hamburg. Im Kofferraum seines Wagens fanden die Ermittler eine geringe Menge Marihuana. Der junge Mann selbst stand aber weder unter Drogen- noch unter Alkoholeinfluss. Für den rücksichtslose Bleifuß-Anfall drohen nun drastische Sanktionen. Den Fahrer erwarten ein dreimonatiges Fahrverbot, ein Bußgeld in Höhe von 1800 Euro sowie vier Punkte im Flensburger Zentralregister.
Ähnlich rücksichtslos war der Fahrer eines Audi A5 Coupé, den Polizisten auf der Bundesstraße 404 bei Sprenge (Kreis Stormarn) kontrollieren wollten, weil er zu schnell fuhr - auch hier gab der Fahrer Gas. Polizeisprecher Holger Meier: "Es entwickelte sich eine Verfolgungsfahrt, der Audi flüchtete mit Tempo 160, überholte trotz Überholverbots und Gegenverkehrs und raste schließlich mit 100 Kilometern pro Stunde durch die Ortschaft Sprenge." Dort stellte der Audi-Fahrer seinen Wagen auf einem Feld ab und flüchtete zu Fuß. Meier: "Trotz intensiver Fahndungsmaßnahmen, unter anderem mit einem Personenspürhund, konnte der Mann nicht gefunden werden." Sein Audi wurde zur Spurensicherung beschlagnahmt.
(mlo, ge, shz)

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