ADAC-Test : Taxitest - Hamburger fuhr den Superumweg

Die Ergebnisse des Taxitests. Foto: sh:z
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Die Ergebnisse des Taxitests. Foto: sh:z

Zu schnell, zu aggressiv und auf falschen Strecken unterwegs: ADAC-Experten testeten Taxifahrten in 22 europäischen Städten - und erlebten mitunter Kurioses.

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08. Oktober 2011, 11:15 Uhr

Hamburg/München | Sie wollten möglichst schnell ans Ziel kommen. Mit einem freundlichen Fahrer in einem sauberen Taxi. Nicht mehr, aber auch nicht weniger. Was die ADAC-Experten erlebten, die in 22 europäischen Großstädten unterwegs waren, um Taxifahrten zu testen, war allerdings nicht immer das reine Vergnügen.
Am besten kam noch Barcelona davon, das zweitbeste Taxiangebot in Europa hatte München - das Schlusslicht ist Sloweniens Hauptstadt Ljubljana. Von den vier geprüften deutschen Städten landeten München (2), Köln (3) und Berlin (5) unter den besten Fünf, Hamburg landete nur auf Platz 11. Schuld war der größte Umweg im Gesamttest.
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Deutscher Taxi- und Mietwagenverband kritisiert "Momentaufnahme"
Für den Vergleich ließen sich die Tester als Geschäftsleute getarnt chauffieren und bewerteten die Kategorien Fahrer, Fahrzeug, Routentreue und Preis bei je zehn Fahrten pro Stadt. Ergebnis: Taxifahren in Deutschland ist relativ teuer. Nach dem Ergebnis sind die Fahrer das größte Problem: Sie missachten rote Ampeln, fahren Umwege, stellen Quittungen falsch aus oder verweigern auch mal komplett die Tour.
Der Deutsche Taxi- und Mietwagenverband kritisiert die "Momentaufnahme". Eine Basis von zehn Fahrten könne kein rundes Bild abgeben, sagte Verbandsvize Matthias Schmidt. Zudem sei er überrascht gewesen über das Ranking der deutschen Teilnehmer, "Hamburg etwa sehen wir unter diesen vier Städten deutlich weiter vorn."
Der Taxifahrer mit der "k.o.-Wertung" bei der Routentreue fuhr auf der Strecke Gänsemarkt - Hamburger Michel (etwa 1,5 Kilometer) den mit 213 Prozent längsten Umweg. Er brachte seinen Passagier - trotz mehrmaligen Hinweises auf das richtige Ziel - statt zum Michel zunächst zur Friedenskirche in St. Pauli - ohne den Preis zu reduzieren. Unangenehm fiel auch der Fahrer auf, der über zwei rote Ampeln und so aggressiv fuhr, dass dem Tester flau wurde, sowie der Spitzen-Raser, der mit 42 km/h zu viel unterwegs war.

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