Bier und Bollerwagen : Tausende feiern Vatertag in Norddeutschland

Tausende sind am Vatertag unterwegs mit dem Bollerwagen - bislang blieb es friedlich. Foto: dpa
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Tausende sind am Vatertag unterwegs mit dem Bollerwagen - bislang blieb es friedlich. Foto: dpa

Eine Kiste Bier und ein Bollerwagen sind die Minimalausstattung: Mit teilweise aufwändig geschmückten Gefährten und lauter Musik zogen Männer zur Trinktour durch den Norden.

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18. Mai 2012, 09:38 Uhr

Kappeln | Kühle Temperaturen, starker Wind und Regenschauer haben am Donnerstag nur wenige Männer von einer Bollerwagen-Tour abgehalten: Tausende feierten im Norden den Vatertag. Größere Zwischenfälle blieben bis zum Nachmittag aus, die Polizei in Schleswig-Holstein war dennoch im Dauerstress.
"Es ist der schiere Wahnsinn", sagte ein Sprecher der Regionalleitstelle in Flensburg. Es werde mit Treckern und Anhängern durch die Gegend gefahren und auf Fahrbahnen gegrillt. Die Leute seien von den umherziehenden, betrunkenen Jugendlichen genervt. "Aber die kriegen wir alle noch eingefangen", zeigte sich der Sprecher zuversichtlich.
"Die pinkeln in Vorgärten"
Ähnlich beschrieb ein Polizeisprecher die Lage im Raum Kiel. "Die pinkeln in Vorgärten, gehen auf die Fahrbahn und lassen Autos nicht durch." Die Beamten seien im Dauereinsatz. Zu schweren Straftaten kam es offenbar nicht. "Man haut sich und verträgt sich wieder", sagte der Sprecher. Allein zwischen 12 und 16 Uhr registrierten die Ordnungshüter in der Landeshauptstadt 160 Einsätze. Zu schweren Straftaten kam es offenbar nicht. "Man haut sich und verträgt sich wieder", sagte der Sprecher. Auch im Osten Schleswig-Holsteins gab es Einsätze "en masse" für die Beamten, wie eine Sprecherin in Lübeck erklärte. In Hamburg meldete das Lagezentrum der Polizei ein eher normales Einsatzgeschehen. Es habe einige Handgreiflichkeiten unter Alkoholeinfluss gegeben. Ob die im Zusammenhang mit Vatertagsfeiern standen, sei aber unklar.
Anders als im Vorjahr durften die Feiernden fast überall Alkohol trinken: Das Oberverwaltungsgericht in Schleswig hatte am Mittwoch die Aufhebung eines entsprechenden Verbots für die Orte Bad Segeberg und Timmendorfer Strand bestätigt. "Das hat uns echt getroffen", sagte ein Sprecher der Polizei in Bad Segeberg. Es hätten etliche Beamte mehr mobilisiert werden müssen. Auch der Tourismuschef von Timmendorfer Strand, Christian Jeletzek, zeigte sich nicht begeistert von der Gerichtsentscheidung: "In den vergangenen Jahren gab es hier auf fünf Kilometern Bollerwagen an Bollerwagen, das steigerte sich manchmal zu unangenehmen Exzessen."
Aufgemotzte Wagen
Während die Lage im vorigen Jahr weitgehend ruhig geblieben war, hatte es in den Vorjahren immer wieder Auseinandersetzungen mit schweren Körperverletzungen und Sachbeschädigungen gegeben.
Die geschmückten Bollerwagen werden unterdessen immer aufwändiger. Während es einigen reichte, in der Innenstadt die Anlage des Autos aufzudrehen, stecken einige Männer viel Arbeit in ihren Bollerwagen. "Dieses Jahr haben wir einen dritten Wagen gebaut", teilt ein Leser mit, der von Gelting nach Kappeln ziehen wollte. "Tresen, Getränkehalter (wegklappbar), zwei Grill, vier 90 Liter Bottiche mit Eis, Flaggen, Banner und Mischpult."

Anders als im Vorjahr durften die Feiernden fast überall Alkohol trinken: Das Oberverwaltungsgericht Schleswig hatte am Mittwoch die Aufhebung eines entsprechenden Verbots für Bad Segeberg und Timmendorfer Strand bestätigt. "Das hat uns echt getroffen", sagte ein Sprecher der Polizei in Bad Segeberg. Es hätten etliche Beamte mehr mobilisiert werden müssen. Auch der Tourismuschef von Timmendorfer Strand, Christian Jeletzek, zeigte sich nicht begeistert von dem Gerichts-Votum: "In den vergangenen Jahren gab es hier auf fünf Kilometern Bollerwagen an Bollerwagen, das steigerte sich zu unangenehmen Exzessen."

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