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Blitzmarathon-Bilanz : Tagesrekord: Mit 72 km/h durch die 30-Zone

vom
Aus der Onlineredaktion

Der Blitzmarathon 2014 ist vorbei. Die Polizei in Schleswig-Holstein und Hamburg zeigte sich zufrieden, will aber auch künftig an Gefahrenpunkten stärker kontrollieren.

shz.de von
erstellt am 19.Sep.2014 | 12:08 Uhr

Kiel | Mit Tempo 119 raste ein Autofahrer durch die Stadt – wo eigentlich nur 50 Kilometer pro Stunde erlaubt sind. In einer 30-Zone bretterte ein Pkw mit 72 km/h über den Asphalt. Trotz dieser erstaunlichen Negativrekorde zieht die Landespolizei Schleswig-Holstein eine positive Bilanz des Blitzmarathons 2014.

Die Landespolizei SH und der größte Teil der Kreise und kreisfreien Städte hatten sich am zweiten bundesweiten Blitzmarathon mit insgesamt 104 Messstellen beteiligt. Dabei wurden insgesamt 98.581 Fahrzeuge überprüft, in 4644 Fällen lag die gemessene Geschwindigkeit über der erlaubten Höchstgeschwindigkeit. Die Beanstandungsquote liegt mit 4,71 Prozent unter dem Wert des Vorjahres und ist nicht mal halb so hoch wie an durchschnittlichen Tagen. Die Landespolizei führt dies auf die öffentliche Bekanntgabe der Messstellen zurück.

Der Schwerpunkt bei der Auswahl der Orte lag in diesem Jahr in Schleswig-Holstein im Bereich von Schulen, Kindergärten und Senioreneinrichtungen. „Schwache Verkehrsteilnehmer sind bei einem Zusammenprall mit einem Kraftfahrzeug besonders gefährdet“, begründete die Polizei die Auswahl der Orte. Vielen der kontrollierten Fahrer sei nicht bewusst gewesen, dass ihr Verhalten – auch bei nur geringfügigen Geschwindigkeitsüberschreitungen – ein hohes Gefährdungspotential für Fußgänger und Radfahrer birgt, erklärte die Polizei. Dennoch sind Autofahrer auch hier vielfach zu schnell gefahren. Die meisten Vergehen gab es im innerstädtischen Bereich: Bei erlaubten Tempo 50 km/h fuhren 2124 Autofahrer zu schnell.

Auch in Hamburg zieht die Polizei nach 24 Stunden Blitzmarathon eine positive Bilanz: Von rund 260.000 kontrollierten Fahrzeugen waren nur 2350 Autofahrer zu schnell unterwegs, teilte die Hamburger Polizei mit. Weniger als ein Prozent der Autofahrer hatte bei der gezielten Geschwindigkeitskontrolle einen Strafzettel kassiert. Durchschnittlich waren die meisten Fahrer an diesem Tag eher gemächlich unterwegs. Erst ab einer Geschwindigkeitsübertretung von 10 km/h verteilten die Beamten Strafzettel. Rekordhalter war an diesem Tag ein Autofahrer auf der Kieler Straße im Norden Hamburgs. Statt der erlaubten 50 km/h raste der Temposünder mit 121 km/h an der Radarkontrolle vorbei.

Mit der Bilanz des zweiten „Blitz-Marathons“ war der Polizeipräsident Ralf Meyer zufrieden. „Ich freue mich darüber, dass sich so viele Verkehrsteilnehmer an die Geschwindigkeitsbegrenzungen halten“, sagte er. „Denn Ziel ist es, durch angepasste Geschwindigkeit das Unfallrisiko zu senken.“ Außerdem sollte die Aktion die Gefahren durch unangepasste Geschwindigkeit ins Bewusstsein der Autofahrer rufen. Zusammen mit den kommunalen Partnern werden auch zukünftig gerade an solchen Gefahrenpunkten Geschwindigkeitsmessungen durchgeführt, teilte die Polizei mit. Genauere Angaben zu den einzelnen Messstellen werde die Landespolizei nicht herausgeben, hieß es.

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