Adler Schiffe : Sylter Reederei betreibt ab Sommer vier Kanalfähren

<strong>Bereits seit 1982 in privater Hand:</strong> Die Adler I befördert nur  Fußgänger zwischen  Holtenau  und Wik über den Kanal. Foto: Blumenthal
Bereits seit 1982 in privater Hand: Die Adler I befördert nur Fußgänger zwischen Holtenau und Wik über den Kanal. Foto: Blumenthal

Vier der 14 Fähren auf dem Nord-Ostsee-Kanal werden ab Sommer von der Sylter Reederei Adler Schiffe betrieben: Die Wasser- und Schifffahrtsbehörde muss Personal sparen.

shz.de von
07. April 2010, 11:58 Uhr

kiel/Westerland | Im Mai übernimmt die mittelständische Reederei aus Westerland für die kommenden drei Jahre den Fährbetrieb in Burg sowie im Juni die Fährstellen Brunsbüttel und Landwehr. Bereits seit 1982 stellt Adler Schiffe die Schiffe der Personenfähren zwischen Holtenau und Wik.

Den Auftrag erteilten jetzt die Wasser- und Schifffahrtsämter (WSA) Brunsbüttel und Holtenau. Der Grund: Die Kanalverwaltung hatte die Fähren aus Mangel an Personal nicht mehr aus eigener Kraft betreiben können. WSA-Leiter Dieter Schnell: "Die Vorgaben durch das Bundesverkehrsministerium zu Personaleinsparungen machen es notwendig, bestimmte Aufgaben an Private zu vergeben." So ist Adler Schiffe bereits seit Dezember 2008 für die Fährstelle Landwehr zuständig, die Doppelfähre in Brunsbüttel wurde in den vergangenen vier Jahren von der Reederei Weiße Flotte in Stralsund betrieben.
Adler will 25 neue Arbeitsplätze schaffen
Nun sind es allein die Mitarbeiter der Sylter Reederei, die rund um die Uhr auf den vier Kanalfähren Dienst tun. Dafür erhält das Unternehmen einen bestimmten Betrag von der Kanalverwaltung. Für die ist es letztlich ein Null-Summen-Spiel: Dieses Vorgehen sei "einen Tick günstiger" als die Personalkosten für die WSA-Mitarbeiter, so Schnell. Kündigungen von Seiten des WSA habe es allerdings nicht gegeben. Die Stellen ausscheidender Mitarbeiter werden nicht mehr besetzt, freiwerdenden Seeleute setzt die Kanalverwaltung auf den nach wie vor von der Behörde betriebenen zehn Fährschiffen, den Schleusen oder den Bauhöfen ein.

Die Sicherheit des Fährbetriebs bleibe trotz der teilweisen Privatisierung erhalten, erklärt Schnell, die Verantwortung dafür trage weiterhin die Kanalverwaltung, für Betriebskosten, Wartung und Pflege der Schiffe kommt weiterhin der Bund auf. So bleiben die Überfahrten auch weiterhin kostenlos.

Mit seinem Engagement will Adler Schiffe Arbeitsplätze sichern sowie 25 neue schaffen. "Da unser Betrieb auf den Sommer konzentriert ist, müssen wir unsere Saisonkräfte im Winter entlassen", erklärt Reeder Sven Paulsen, der 24 Ausflugsschiffe an Nord- und Ostsee sowie auf der Elbe und der Eider betreibt. Zwischen April und Oktober beschäftigt Paulsen inklusive der Saisonkräfte rund 200 Mitarbeiter. Diese können in Zukunft auch im Winter weiter beschäftigt werden - auf den Fähren. Paulsen: "Es ist schwer, qualifizierte Mitarbeiter zu finden, wenn man ihnen nur Saisonverträge anbieten kann."

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