Prozess : Sylter Feuerteufel wird öffentlich der Prozess gemacht

Einsatz mitten in den Dünen: Die 'Akademie am Meer' liegt zwischen Kampen und List und wurde zum Großteil ein Raub der Flammen.  Foto: syltpicture
Einsatz mitten in den Dünen: Die "Akademie am Meer" liegt zwischen Kampen und List und wurde zum Großteil ein Raub der Flammen. Foto: syltpicture

Die Staatsanwaltschaft hatte Erfolg. Schon vor dem Urteil wird im Prozess gegen den mutmaßlichen Sylter Feuerteufel vor dem Landgericht Flensburg wieder öffentlich verhandelt.

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09. März 2011, 08:43 Uhr

Flensburg/Sylt | Zunächst hatte die Erste Große Strafkammer dem Antrag der Verteidigung stattgegeben, die gesamte Hauptverhandlung hinter verschlossenen Türen laufen zu lassen. Nun ist die Öffentlichkeit bereits zu einer Zeugenvernehmung und zu den Plädoyers am morgigen Donnerstag ab 9.15 Uhr wieder zugelassen.
"Wir haben uns gewünscht, dass zumindest Teile eines Prozesses von so großem öffentlichen Interesse auch öffentlich stattfinden", sagt Staatsanwältin Ulrike Stahlmann-Liebelt. Mit 20 nächtlichen Brandstiftungen hat Thomas R. die Bewohner und Gäste auf Sylt vom 11. bis zum 21. August 2010 in Angst und Schrecken versetzt. Er zündete unter anderem ein Hotel, Wohnhäuser, die Nordseeklinik und drei Gebäude der Akademie Klappholttal (Foto) an. "Es ist ein Wunder, dass niemand gestorben ist", erinnert sich Akademie-Leiter Hartmut Schiller an die schlimmste Nacht seines Lebens, die einen Sachschaden von drei Millionen Euro verursachte.
"Die Aufklärung steht im Vordergrund." So hatte Richter Wolfgang Köhler den Ausschluss der Öffentlichkeit begründet. Für viele unverständlich, denn der Angeklagte ist geständig. Gibt es einen unbekannten Tathintergrund? "Wir sind in großer Sorge und empfinden die Brandstiftung als gezielten, Existenz bedrohenden Anschlag", sagt Schiller, und zwar auf der Insel mit den bundesweit höchsten Immobilienpreisen.
(wer, shz)

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