Hells-Angels-Lagerhalle : Suche nach einbetonierter Leiche "äußerst schwierig"

Stück für Stück wird der Boden der Kieler Lagerhalle abgetragen. Bisher blieb die Suche nach Tekin Bicer erfolglos. Foto: Peter Wüst
Stück für Stück wird der Boden der Kieler Lagerhalle abgetragen. Bisher blieb die Suche nach Tekin Bicer erfolglos. Foto: Peter Wüst

Mitarbeiter der Spurensicherung tragen den Betonboden der Lagerhalle in Altenholz ab, um die Leiche des vermissten Tekin Bicer zu finden.

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30. Mai 2012, 07:14 Uhr

Kiel | Die Suche nach der in einer Lagerhalle in Altenholz bei Kiel angeblich einbetonierten Leiche gestaltet sich äußerst schwierig. "Spuren dürfen nicht vernichtet werden, das ist akribische Kleinstarbeit", sagte eine Polizeisprecherin am Dienstag am weiträumig abgesperrten Einsatzort. "Wir haben erst einmal nichts Neues." Die intensive Spurensuche gehe weiter.
Mit schwerem Gerät half das Technische Hilfswerk, Betonplatten abzutranportieren. Man habe zunächst das Betonfundament der Halle abgetragen, dann werde der Untergrund darunter untersucht, hieß es. Dabei dürften keine Spuren vernichtet werden. "Das Ganze gestaltet sich äußerst schwierig", meinte eine Sprecherin. Für die "intensive Spurensuche" seien nun Spezialisten vom Landeskriminalamt im Einsatz.
Opfer soll mehrere Stunden gefoltert worden sein
Die Polizei vermutet im Fundament die Überreste des vor zwei Jahren verschwundenen, damals 47 Jahre alten Tekin Bicer. Er soll wegen Drogengeschäften mit der Rockerbande "Hells Angels" aneinandergeraten sein. Nach nicht bestätigten Medienberichten soll Bicer mehrere Stunden lang in einem ehemaligen Trafo-Häuschen einer KFZ-Werkstatt in Kiel misshandelt, schließlich erschossen und dann im Fundament der Halle einbetoniert worden sein.
Darstellungen, die Kieler "Hells Angels" hätten das Trafo-Häuschen in eine Art Folterkammer umgebaut, wurden ebenfalls bislang von den Ermittlungsbehörden nicht bestätigt. Das ganze Pfingstwochenende war Beton des Hallenfundaments abgetragen worden als Voraussetzung für die Spurensuche am Dienstag. Die Arbeiten sollten den ganzen Tag dauern.
Auslöser der Spurensuche war eine Großrazzia gegen die "Hells Angels" am vergangenen Donnerstag in Norddeutschland. Rund 1200 Polizisten hatten dabei Bordelle, Gaststätten und Wohnungen in Schleswig-Holstein, Hamburg und Niedersachsen durchsucht. Fünf führende Mitglieder der verbotenen Kieler "Hells Angels" wurden verhaftet. Insgesamt führt die Staatsanwaltschaft im Kampf gegen Rockerkriminalität fast 200 Ermittlungsverfahren gegen 69 Beschuldigte.

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