Orkantief "Resi" : Sturmflut und Landunter auf den Halligen

Freitagmittag: Sturmflut am Hafen in Dagebüll. Foto: Staudt
Freitagmittag: Sturmflut am Hafen in Dagebüll. Foto: Staudt

Orkantief "Resi" sorgte in Nordfriesland für eine Sturmflut. Die Fähren am Hafen in Dagebüll (unser Bild) konnten den Betrieb erst am Mittag wieder aufnehmen. Der Verkehr zu den Halligen ist jedoch weiterhin unterbrochen. Die Autozüge nach Sylt sind wieder planmäßig unterwegs.

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02. Februar 2008, 05:28 Uhr

Nach dem nächtlichen Sturm mit Böen bis Windstärke elf ist am Freitagvormittag der Fährverkehr zu den nordfriesischen Inseln und Halligen wieder aufgenommen worden. Bis zum frühen Morgen standen die Molen unter Wasser, so dass weder Autos noch Fußgänger an Bord der Schiffe konnten, sagte ein Sprecher der Wyker Dampfschiffsreederei. Schon in der Nacht liefen auch die Autozüge nach Sylt wieder fahrplanmäßig, sagte ein Bahn-Sprecher. Schäden hat das Sturmtief nach Angaben von Polizei und Feuerwehr kaum verursacht. "Wir können zufrieden sein", sagte eine Polizeisprecherin in Kiel. Lediglich einige umgeknickte Bäume und Verkehrsschilder seien gemeldet worden.
Der Sturm hatte nach Angaben des Bundesamts für Seeschifffahrt und Hydrographie (BSH) lediglich an den Küsten Nordfrieslands für eine Sturmflut gesorgt. Dort erreichten die Pegelstände an der Eidermündung 1,80 Meter und in Husum 1,74 Meter über dem mittleren Hochwasser. An den Küsten Ostfrieslands und an der Elbmündung blieben die Pegelstände jedoch unter der 1,50 Meter-Marke. So wurde in Cuxhaven laut BSH lediglich ein Hochwasserstand von 1,26 Meter gemeldet.
Unterdessen hat der Deutsche Wetterdienst eine amtliche Unwetterwarnung für die deutsche Nordseeküste herausgegeben. Bis zum Mittag bestehe die Gefahr orkanartiger Böen aus Südwest mit Geschwindigkeiten zwischen 105 und 115 km/h. Stärkere Böen und kurze Schauer werde es im Norden voraussichtlich noch bis zum Sonnabendmorgen geben, sagte ein Sprecher des DWD in Hamburg.
"Hier und da bricht mal ein Ast ab"
Am Donnerstag hatte das Orkantief in Schleswig-Holstein für Behinderungen im Straßen- und Zugverkehr gesorgt. Die Deutsche Bahn stellte den Autozug-Verkehr zwischen Niebüll und Westerland auf der Nordseeinsel Sylt vorübergehend ein. Grund seien stürmische Windböen bis zur Stärke 12, teilte die Bahn mit. Personenzüge waren von der Maßnahme nicht betroffen. Die Strecke sollte noch am Abend wieder freigegeben werden.
Auch die Fehmarnsundbrücke wurde am Donnerstag nach Polizeiangaben für leere Lastwagen gesperrt. Zahlreiche Haushalte in Nordfriesland mussten zeitweise ohne Strom auskommen. Auch in Dithmarschen fiel rund um Büsum und Wesselburen in vielen Haushalten zeitweise der Strom aus, bestätigten Polizeisprecher. Im nordfriesischen Niebüll beschädigte der Sturm mehrere Dächer, größere Schäden waren hier nicht zu verzeichnen. "Hier und da bricht mal ein Ast ab", sagte ein Polizist in Heide.

Kräftiger Sturm auch in Großbritannien
Der Hafen von Dover an der englischen Südküste ist dagegen für den Fährverkehr am Donnerstag gesperrt worden. Aus Sicherheitsgründen könnten derzeit keine Fähren abgefertigt werden, sagte Keith Southey von der Hafenbehörde der britischen BBC. Der Sturm habe an der Küste eine Geschwindigkeit von 100 Stundenkilometern erreicht. In der Hafenstadt bildeten sich lange Autoschlangen.
Im Norden Englands und in Schottland erreichten die Stürme sogar Windgeschwindigkeiten von mehr als 120 Stundenkilometer. In Cumbria im Nordosten Englands überschlugen sich sechs Lastwagen, als sie von Sturmböen erfasst wurden.

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