Alternativen zu Streusalz : Streuen gegen das Schlittern

Streusalz ist wirkungsvoll, aber umweltschädlich und deshalb für Privatpersonen weitestgehend verboten. Foto: dpa
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Streusalz ist wirkungsvoll, aber umweltschädlich und deshalb für Privatpersonen weitestgehend verboten. Foto: dpa

Fußgänger kommen derzeit auf den glatten Wegen schnell ins Rutschen. Dagegen hilft am besten Streusalz - doch das ist vielerorts verboten. Was sind die Alternativen?

shz.de von
22. Januar 2013, 05:44 Uhr

Wann und wo Privatleute die Wege streuen müssen, entscheiden in Deutschland die Städte und Gemeinden. Auch welches Streumittel sie verwenden dürfen, ist geregelt. Streusalz ist am wirkungsvollsten. Es hat den Vorteil, dass es Eis auftaut. Allerdings wirkt es sich negativ auf die Umwelt aus: Das Salz löst sich, sickert in den Boden und reichert sich in Wurzeln an. Die Pflanzen können sich dann nicht mehr ausreichend mit Wasser und Nährstoffen versorgen und sterben. Tierpfoten können sich zudem an dem aggressiven Mittel entzünden. Daher ist Streusalz laut Mieterschutzbund in den meisten Kommunen für Privatpersonen verboten - auch wenn es im Baumarkt oft zum Verkauf angeboten wird. Doch es gibt noch andere Möglichkeiten:
Granulat oder Splitt: Wirken wie Spikes auf glatter Fläche. Die scharfkantigen Steinchen gibt es im Baumarkt. Splitt müssen Hausbesitzer bei Tauwetter auffegen. Aber sie können das Material im nächsten Winter wiederverwenden, oder es kommt in den Restmüll. Der Nachteil: Splitt kann sich in Schuhsohlen oder unter Haustüren festsetzen und den Fußboden im Haus zerkratzen. Herbert Lohner vom Bund für Umwelt und Naturschutz (BUND) in Berlin empfiehlt daher rundkörnige Granulate. Sie haben den weiteren Vorzug, Tierpfoten nicht zu verletzen.
Sand: Ist feinkörniger als Granulat und daher nicht so rutschfest. Sein Vorteil: Hausbesitzer können ihn wiederverwerten, sagt Eva Reinhold-Postina vom Verband Privater Bauherren (VPB). Oder es werden im Frühjahr Reste in die Fugen der Gartenwege gekehrt und füllen diese so auf. Der Nachteil: Bei erneutem Schneefall muss nachgestreut werden. Und auch Sand kann Kratzer im Fußboden verursachen, wenn die Schuhe ihn weitertragen. Erhältlich ist Sand zum Beispiel im Baumarkt.
Asche: Wer Asche aus dem Ofen auf die Wege streut, sollte wissen, was er verbrannt hat und welche Stoffe mit dem tauenden Schnee abfließen können. Darauf weist BUND-Experte Lohner hin. Denn in Kohleasche können sich Schadstoffe befinden, in reiner Holzasche nicht. Asche kann zur Entsorgung zusammen mit Schnee auf Beete gekehrt werden, sagt Reinhold-Postina. Der Nachteil: Da Asche sehr fein ist, wird sie schnell in den Schnee eingetreten - und hilft dann nicht mehr gegen die Glätte. Und sie macht die Wege und damit auch die Schuhe schmutzig.
Sägespäne: Lassen sich nach dem Tauwetter leicht zusammenkehren und auf dem Kompost oder in der grünen Tonne entsorgen. Sie sind damit nach Angaben von Philip Heldt von der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen absolut ökologisch. Sägespäne sind allerdings nicht leicht zu beschaffen. Dazu kommt, dass sie nicht besonders rau sind und ein Ausrutschen nur bedingt verhindern.
Erde: Lose gestreute Erde gibt Fußgängern auf Eisflächen mehr Trittfestigkeit, heißt es beim VPB. Allerdings kann sich die Erde bei Tauwetter in Matsch verwandeln.
Der Hausbesitzer kann die Räumpflicht an seine Mieter abgeben - aber er muss die Einhaltung kontrollieren. Stichprobenartig müsse er nachsehen, ob der Winterdienst ordentlich ausgeführt werde, erläutert der Verein Wohnen im Eigentum in München. Das sollte protokolliert sowie Mängel bei der Ausführung festgehalten werden, etwa durch Fotos. So könne er sich im Fall eines Unfalls absichern. Denn wenn ein Passant etwa vor dem Haus wegen Glätte auf dem Gehweg stürzt und sich verletzt, müsse der Hausbesitzer sonst dafür haften. Wer die Räumpflicht abgibt, sollte dies auch aus Beweisgründen schriftlich festhalten.

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