Linkspartei : Streit geht weiter - Vorstand wird neu gewählt

Interne Konflikte überschatten weiterhin die Entwicklung der Partei Die Linke in Schleswig-Holstein.

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20. September 2008, 06:55 Uhr

Gut ein Jahr nach Gründung des Landesverbandes sprach der Bundestagsabgeordnete Lutz Heilmann am Freitag in Kiel von Auseinandersetzungen innerhalb der Landespartei und von Streit um Posten. Heilmann gehört dem neuen "Neumünsteraner Kreis" an, nach dessen Ansicht die Linkspartei "aus den teilweise noch vorhandenen Sektengepflogenheiten der PDS und dem traditionellen Chaos linker Sektierer in den westlichen Landesverbänden" wegkommen müsse. Erfolge wie bei den Kommunalwahlen - 6,9 Prozent waren es am 25. Mai im Norden - seien fast nur der positiven Ausstrahlung der Bundestagsfraktion in den überregionalen Medien und dem schlechten Zustand der SPD zu verdanken.
"An die Stelle der Klüngel-Wirtschaft im Landesvorstand müssen für alle Mitglieder transparente Strukturen vor allem für den Bereich der Finanzen und für die hauptamtliche Zuarbeit geschaffen werden", erklärte der "Neumünsteraner Kreis", dem nach eigenen Angaben rund 60 Mitglieder aus fast allen Kreisverbänden und auch mehrere Mitglieder des Landesvorstandes angehören. Insgesamt hat die Partei nach eigenen Angaben rund 1000 Mitglieder. Als Beispiel für die Auseinandersetzungen innerhalb der Linkspartei nannte Heilmann Lübeck, von wo er zum Kreisverband Neumünster gewechselt ist: "In Lübeck ist eine politische Arbeit nicht möglich. Sofern man von der politischen Meinung des Vorsitzenden abweicht, wird man weggemobbt".
Die beiden Sprecher des Landesverbandes nahmen an dem Pressegespräch in Kiel gut eine Woche vor dem nächsten Landesparteitag nicht teil. Landessprecher Lorenz Gösta Beutin bestätigte der dpa auf Anfrage, dass die Widersprüche innerhalb der Partei "nicht vollkommen überwunden" seien. Am Sonntag nächster Woche wählt die Linkspartei, die 2010 den Einzug in den Landtag anstrebt, ihren Landesvorstand neu. Dabei tritt Beutin erneut an. Er hat einen Gegenkandidaten. Die bisherige Co-Sprecherin Antje Jansen kandidiert nicht wieder. Für ihre Nachfolge gibt es zwei Bewerberinnen.

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