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Verdi-Busfahrer sauer : Streiks in Niebüll werden nicht mehr angekündigt

vom

In Niebüll hatten die Busfahrer ihren Streik bekannt gegeben. Daraufhin setzten die Verkehrsbetriebe Subunternehmer ein. Verdi spricht von Streikbruch.

shz.de von
erstellt am 23.Jan.2010 | 01:31 Uhr

"Wir sind stocksauer", sagt Verdi-Sprecher Frank Schischefsky. Weitere Streiks sind "auf keinen Fall ausgeschlossen". Zumindest in Niebüll werden sie darüber hinaus nun nicht mehr angekündigt. So teilt Verdi erst am frühen Morgen mit, dass der Streik in Niebüll auch am heutigen Freitag fortgesetzt wird. "Der Streik wird den ganzen Tag andauern. Ob die Maßnahme am Wochenende fortgesetzt wird, entscheiden die Streikenden im Laufe des Tages, dies wird allerdings nicht kommuniziert", macht Schischefsky deutlich.
Auslöser des Ärgers der Busfahrer sind die Niebüller Verkehrsbetriebe (NVB), eine Tochter der Violia Verkehrsgesellschaft. Nachdem Verdi am Mittwoch bereits den Streik für Donnerstag angekündigt hatte, stellten die NVB einen Notfahrplan auf die Beine. "Sieben der sonst 18 Busse wurden mit Ersatzfahrern aus Subunternehmen besetzt. Wir konnten die wichtigsten Linien befahren", sagt NVB-Sprecherin Christiane Lage. Laut Schischefsky verbreite die NVB-Unternehmensleitung, es bestündge eine gesetzliche Beförderungspflicht. "Ich habe selten so einen Quatsch gehört, Streik ist ein im Grundgesetz verbrieftes Recht und bricht alle anderen Bindungen, auch in diesem Fall", so Schischefsky.
Verdi: "Streikbruch lohnt sich nicht"
Am Freitagvormittag teilte Verdi mit, dass der fortgeführte Streik bei den Niebüller Verkehrsbetrieben erfolgreich angelaufen sei. Verdi wolle deutlich machen, dass sich Streikbruch nicht lohnt."Kein Bus hat den Hof verlassen. Alle 35 Fahrten der 16 Linien konnten nicht durchgeführt werden", heißt es in der Pressemitteilung weiter.
Die Gewerkschaft und der Omnibus Verband Nord (OVN) hatten sich am Donnerstag "im kleinen Kreis" zu einem Sondierungsgespräch getroffen. Über den Inhalt wurde Stillschweigen vereinbart. "Wir haben aber kein neues Angebot vorgelegt", betonte OVN-Geschäftsführer Walter Koch. Ein weiteres Gespräch sei für den kommenden Mittwoch geplant.
Niebüller Verkehrsgesellschaft: "Die Streiks sind existenzbedrohend"
Vor diesem Hintergrund sei der Streik am Freitag in Niebüll "nicht nachvollziehbar", sagte Pressesprecherin Christiane Lage für die zum Veolia-Konzern gehörende Niebüller Verkehrsgesellschaft. Die Proteste hatten den kompletten Niebüller Stadt- und Großraumverkehr lahmgelegt. Zusätzlich war der Schülertransport nach Flensburg eingeschränkt. Nach Angaben der Niebüller Verkehrsgesellschaft waren fast 2000 Fahrgäste betroffen, darunter bis zu 90 Prozent Schüler. "Wir haben Verträge für die Schülerbeförderung. Die Streiks sind existenzbedrohend", sagte Lage weiter.
Die Busfahrer verlangen die Angleichung ihrer Löhne an die der Kollegen, die im Öffentlichen Busverkehr tätig sind. Für den Rest des Landes werde die Gewerkschaft Anfang der kommenden Woche bekanntgeben, wo Busfahrer ist den Ausstand treten. In Niebüll werde auch zukünftig keine Vorab-Information erfolgen - es sei denn, die Violia Verkehrsgesellschaft erkläre, öffentlich auf den Einsatz von Streikbrechern zu verzichten.

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