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Kriminalstatistik 2015 : Straftaten in SH: Mehr Einbrüche, mehr Asylverstöße, aber weniger Gewalt

vom
Aus der Onlineredaktion

Einbrüche, sexuelle Übergriffe und Anschläge: Gefühlt hat die Kriminalität in SH zugenommen. Das sagt die Statistik.

Kiel | In Schleswig-Holstein sind laut der heute veröffentlichten polizeilichen Kriminalstatistik 2015 deutlich weniger schwere Straftaten verübt worden als 2014. Insgesamt hat sich die Zahl der erfassten Gesamtdelikte im Vergleich zum Vorjahr allerdings kaum verändert. Negativ fällt vor allem die um 12,3 Prozent gestiegene Zahl der Wohnungseinbrüche ins Auge.

Die gefühlte Sicherheit nimmt bei vielen Menschen ab - manche rüsten sich mit Pfefferspray und Co. auf oder gründen Bürgerwehren. Die Kriminalstatistik 2015 relativiert einiges, macht aber auch deutlich, wo Probleme liegen.

„Der Wohnungseinbruchdiebstahl ist eines der Hauptprobleme im Land“, räumt Innenminister Stefan Studt ein. 8.456 Einbrüche in private Häuser wurden gemeldet. Gleichzeitig ist die Aufklärungsquote von 12,6 Prozent auf 8,9 Prozent gesunken. „Die polizeiliche Einsatz- und Ermittlungsarbeit in diesem Bereich wird weiter intensiviert“, sagt Studt.  Erste Erfolge seien bereits sichtbar: Nach Festnahmen und Inhaftierungen zweier großer Tätergruppen sei die Zahl der Anzeigen 2016 gegenüber den Vorjahresmonaten insgesamt gesunken.

Statistisch entfallen auf jeweils 100.000 Einwohner 7.157 Fälle. Das sind 27 weniger als in 2014. Wie in den letzten Jahren ist die Aufklärungsquote erneut leicht gestiegen. 52,1 Prozent der Fälle konnten abgeschlossen werden – das sind 0,9 Prozent mehr als 2014. Die Gewaltkriminalität ist insgesamt um 5,6 Prozent gesunken.

Bemerkbar macht sich in der Statistik auch die Zahl der einreisenden Flüchtlinge: Allein 13.165 Straftaten gegen das Aufenthalts-, das Asylverfahrens- und das Freizügigkeitsgesetz/EU wurden erfasst. Ohne diese Fälle wäre die Zahl der Gesamtdelikte im Vorjahresvergleich um 2,6 Prozent gesunken.

Entwicklung der Gesamtkriminalität in den vergangenen zehn Jahren (Quelle: Innenministerium)

In der Einschätzung von Innenminister Stefan Studt ist SH „ein sicheres Land“. „Mir ist bewusst, dass einzelne schwere Straftaten oder auch bestimmte Serientaten die Öffentlichkeit aufrütteln und das allgemeine Unsicherheitsgefühl verstärken. Die Kriminalstatistik zeigt jedoch, dass die objektive Sicherheitslage weiterhin gut ist“, sagte der Minister.

Wermutstropfen ist die Anzahl der ermittelten Tatverdächtigen ohne deutsche Staatsbürgerschaft – vor allem bei den Jugendlichen. Sie haben um 7.191 (40,9 Prozent) zugenommen. Die ermittelten Verdächtigen in der Altersgruppe unter 21 Jahren sind 2015 um 1325 auf 18.280 leicht angestiegen. 3.293 davon verstießen dabei ausschließlich gegen Asyl- oder Aufenthaltsgesetze. Bei den Tatverdächtigen mit Migrationshintergrund gibt es ebenfalls einen Anstieg: 2015 wurden 3.681 Tatverdächtige mehr ermittelt als im Vorjahr (+4,9 Prozent). Gemessen an den Jahren 2006 (29,4 Prozent) bis 2012 (24,7 Prozent) sei die Entwicklung im Bereich der Jugendkriminalität dennoch insgesamt positiv, so das Innenministerium.

Studt sieht grundsätzlichen Nutzen in der Statistik, relativiert jedoch die Aussagekraft: „Die PKS besitzt keinen Referenzstatus. Sie bildet nur einen Teil des sogenannten Hellfeldes ab. Die derzeitigen Erfassungsgrundsätze der PKS erlauben nur ein unvollständiges Bild der Kriminalität, die unsere Bevölkerung tatsächlich belastet“, sagt Studt. Nicht enthalten sind insbesondere Straftaten, die mittels Internet oder telefonisch aus dem Ausland heraus begangen wurden.

Die gesamte Polizeiliche Kriminalstatistik (PKS) 2015 ist im Laufe des Tages auf der Internet-Seite der Landespolizei einsehbar.

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erstellt am 07.Mär.2016 | 14:03 Uhr

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