Hamburg : "Störtebeker-Schädel": Zweiter Dieb gefasst

Der Fall um den Diebstahl des "Störtebeker-Schädels" steht vor der Aufklärung. Ein weiterer Tatverdächtiger wurde festgenommen.

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11. Juni 2011, 12:03 Uhr

Personenfahnder des Hamburger Landeskriminalamtes haben den 49 Jahre alten Griechen am Donnerstag in einem Wohnheim in der Neustädter Straße festgenommen. Er soll den Schädel des berüchtigten Seeräubers gemeinsam mit einem 36 Jahre alten Komplizen Anfang Januar 2010 aus dem Museum für Hamburgische Geschichte gestohlen haben.
Nach Erkenntnissen der Ermittler hatten es die beiden obdachlosen Männer bei ihrem Einbruch auf die Eintrittsgelder des Museums abgesehen. Stattdessen nahmen sie den Schädel mit, um ihn zu versetzen. Der 49-Jährige versuchte vergeblich, sich mit CS-Gas seiner Verhaftung zu entziehen, teilte die Polizei am Freitag mit.
Zeugenhinweise führten zu den mutmaßlichen Tätern
Sein 36 Jahre alter Komplize sitzt bereits seit einer Woche in U-Haft.
Auf die Spur der beiden Männer kamen die Beamten vor allem durch Zeugenhinweise. Die beiden mutmaßlichen Diebe schwiegen bislang zu den Vorwürfen. Der Störtebeker-Schädel war bereits im März dieses Jahres wieder aufgetaucht, ein Mann hatte ihn den Beamten übergeben.
Klaus Störtebeker ist nach Einschätzung des Hamburger Archäologen Ralf Wiechmann eine Legende. Der Überlieferung nach war er ein Seeräuber, der gegen die hanseatischen Kaufleute und ihre Schiffe zu Felde zog und 1401 auf dem Grasbrook enthauptet wurde. Doch nicht einmal das sei sicher: Aktenkundig sei nur, dass Störtebekers Weggefährte Gödeke Michels dort geköpft wurde. Auch die Bezeichnung "Seeräuber" sei nicht korrekt. Historikern zufolge waren Störtebeker und seine Weggefährten Söldner zur See, die im Dienste der Mecklenburger Herzöge dänische Schiffe kapern sollten. Als Lohn durften sie dann selbst Beute machen.
Trotz der Ungewissheit über die Identität sind der geheimnisvolle Schädel und die Rekonstruktion des Piraten-Kopfes eine Attraktion des Museums für Hamburgische Geschichte.
(dpa, shz)

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