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Expo Real in München : Stillgelegte Kasernen: SH buhlt um Investoren

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Aus der Redaktion der Schleswiger Nachrichten

Zahlreiche ehemalige Bundeswehrflächen im Kreis Schleswig-Flensburg und in der Stadt Flensburg stehen bei der Immobilienmesse Expo Real auf der Angebotsliste – ganz oben: die Stapelholm-Kaserne in Seeth.

shz.de von
erstellt am 02.Okt.2014 | 06:00 Uhr

Auf der Expo Real – Europas größter Immobilien-Fachmesse in München – findet sich Schleswig-Holstein etwas beengt zwischen Hamburg, der Aareal-Bank und den internationalen Immobilien-Investment-Gesellschaften Tiaa Henderson, IVG und Patrizia. Vier Konversionsmanager fahren vom 6. bis 8. Oktober dorthin, um laut die Werbetrommel zu rühren: Investoren gilt es im Freistaat am Fuße der Alpen zu gewinnen, denn im Land zwischen den Meeren gibt es Flächen wie Sand am Meer – allesamt zu bekommen, weil sie die Bundeswehr nicht mehr braucht. Die vier teilen sich den Gemeinschaftsstand Nr. 33 (164 Quadratmeter) in Halle B2 mit insgesamt 23 weiteren Ausstellern aus Schleswig-Holstein. Unter den Vertretern aus dem „echten Norden“ – der diesjährigen Dachmarke für den Stand – ist auch Stefan Jung von der Wirtschaftsförderungsgesellschaft Schleswig-Flensburg (Wireg).

Während beispielsweise Kiel und Lübeck mit Sahne-Arealen direkt am Wasser buhlen können, wird seine größte Aufgabe sein, die Stapelholm-Kaserne mitten im Nirgendwo des echten Nordens, in Seeth, an den Mann – respektive Investor – zu bringen. Eine anspruchsvolle Aufgabe, die den Wireg-Mann aber nicht schreckt. „Das Areal ist zwar schwierig, weil es im ländlichen Raum liegt, aber auch interessant“, sagt er. Eine frisch erstellte Potenzialanalyse bescheinigt dem Standort, der halb im Kreis Schleswig-Flensburg, halb in Nordfriesland liegt, durchaus Attraktivität und einen baulich guten Zustand. Zudem wird die 42-Hektar-Kaserne des Lazarettregiments 11 im Gegensatz zu weiteren Arealen, die Jung im Gepäck hat, bereits in einem Jahr geräumt. Für die Kaserne ergibt sich laut Gutachten ein großes Nutzungspotenzial für Investoren aus Gewerbe, Bildung und Forschung sowie Freizeit und Erholung. Vorgesehen ist laut Jung eine flexible Teilung des Areals in voll erschlossene Bereiche.

Unterstützung erfahren die Schleswig-Holstein-Vertreter von Wirtschaftsminister Reinhard Meyer, der das Thema „Konversion in Schleswig-Holstein“– und insbesondere den Standort Seeth – in den Mittelpunkt eines Besuchs am Stand der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (Bima) stellen wird (6. Oktober).

Die Liste weiterer noch zu vermarktender Standorte aus dem Kreis und der Stadt Flensburg ist lang: im Stadtgebiet Flensburg vor allem das Dienstleistungszentrum der Bundeswehr an der Meiereistraße (24 000 m²). Der Fernmeldebereich 91 am Twedter Mark wurde bereits geräumt, kann aber aufgrund einer angedachten Zwischennutzung noch nicht vermarktet werden. Die Kaserne in Glücksburg wird nicht vor 2020 geräumt. Für die Marinefunksendestelle der Bundeswehr in Hürup mit zahlreichen Sendemasten, Wachgebäude sowie einem Schutzbau wird derzeit eine Nachnutzung entwickelt. Das Areal der Richtfunk-, Schalt –und Vermittlungsstelle in Idstedt wollte eigentlich die Gemeinde erwerben, hat davon aber im Mai Abstand genommen. Eine Fläche mehr für die Expo Real.

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