Heinz Wüstenberg : Stifterpreis 2013 geht an Jugendförderer

Vom Schmied zum Stifter: Unternehmer Heinz Wüstenberg.
Vom Schmied zum Stifter: Unternehmer Heinz Wüstenberg.

Er ist Schmied – und Stifter. Für sein Engagement erhält Heinz Wüstenberg aus Börm am Samstag eine Auszeichnung.

Avatar_shz von
11. November 2013, 11:27 Uhr

Börm | Es war eine kleine Dorfschule in Börm (Kreis Schleswig-Flensburg) im Jahr 1940, die den Anfangspunkt der Erfolgsgeschichte markierte. Eine Erfolgsgeschichte, die mit der Verleihung des Stifterpreises 2013 an die Heinz-Wüstenberg-Stiftung am Sonnabend im Landestheater in Rendsburg einen weiteren Höhepunkt vorweisen kann.

Gerade einmal neun Jahre war Heinz Wüstenberg alt, als sein Leben eine einschneidende Wendung nahm. Sein Lehrer befand, dass der Junge zu viel Talent habe, um auf einer Dorfschule zu versauern. Er ging auf eine größere Schule nach Husum, ein Jahr später wechselte der heute 82 Jahre alte Wüstenberg auf ein Internat nach Plön. Die gute Förderung war es, die seinen Weg ebnete. 1954 übernahm Wüstenberg die dörfliche Schmiede in Börm von seinem Vater August und baute sie kontinuierlich zu der heutigen Landtechnikgruppe mit neun Firmen in Schleswig-Holstein, Mecklenburg-Vorpommern und Polen aus. Sein Lebensweg hat Wüstenberg geprägt. „Der Erfolg begründet sich durch Glück und harte Arbeit“, sagte sein langjähriger Freund und Geschäftsführer der Stiftung, Jörg Peters. „Das möchte er der Gesellschaft zurückgeben.“ Daher ist es nur logisch, dass die Stiftung sich in erster Linie um die Förderung begabter Jugendlicher aus Schleswig-Holstein kümmert. Aber auch hilfsbedürftige Personen partizipieren ebenso von der Unterstützung wie Projekte zur Förderung von Bildung, Erziehung und Sport, sowie der Jugend- und Altenhilfe.

Am Sonnabend hat die Stiftung Schleswig-Holsteiner Stiftungstag des Diakonischen Werks Wüstenberg und seine Mitstreiter mit dem Stifterpreis 2013 ausgezeichnet – stellvertretend für viele weitere engagierte Menschen in Schleswig-Holstein. „Mein Vater ist sehr stolz“, sagte Holger Wüstenberg, der in Abwesenheit des Stiftungsgründers gemeinsam mit Geschäftsführer Jörg Peters die mit 5000 Euro dotierte Auszeichnung aus den Händen von Ministerpräsident Torsten Albig und Landespastorin Petra Thobaben entgegennahm. Weitere Preisträger waren die Stiftung Klimawald in Ehndorf (Kreis Rendsburg-Eckernförde) mit 3000 Euro und die Ferring-Stiftung in Alkersum auf Föhr mit 2000 Euro.

Ministerpräsident Torsten Albig (SPD) begrüßte die Bereitschaft der Schleswig-Holsteiner, sich für Stiftungen zu engagieren. „In der Stiftungsarbeit gibt es nur Gewinner. Jeder, der sich bürgerschaftlich engagiert, gewinnt in seinem Leben. Jeder gewinnt, der von dem Geld und von dem Engagement Ihrer Stiftungen profitiert“, sagte der Ministerpräsident. Wichtigster Gewinner aber sei die Gesellschaft: „Sie ist stark, weil sich die Menschen bei uns einbringen und Verantwortung übernehmen. Daher danke ich Ihnen sehr für Ihr Engagement und für Ihren Einsatz.“

Das Engagement des Gewinners lässt sich auch in diesen Zahlen ausdrücken: Seit Gründung im Jahr 2005 hat die Heinz-Wüstenberg-Stiftung insgesamt etwa 200 Projekte mit rund 500 000 Euro gefördert. Unter anderem wurde eine Debattiermeisterschaft der Gymnasien des Kreises Schleswig-Flensburg durchgeführt, um das Demokratieverständnis und die Diskussionsfähigkeit zu entwickeln. Auslandsaufenthalte wurden finanziert, Klassenfahrten ermöglicht und Stipendien für Auszubildende und Studenten vergeben.

Sein Vater habe die Stiftung vor allem für junge Leute gegründet, sagt Holger Wüstenberg. „Dass das von der Gesellschaft honoriert wird, ist klasse. Er hat im Grunde alles richtig gemacht.“ Genauso wie ein einfacher Dorfschullehrer vor mehr als 70 Jahren.

zur Startseite

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen