Hohe Arbeitsbelastung : Stellenverschiebung bei der Landespolizei

Die Einsatzstatistik dient als Grundlage für die Neuverteilung der Stellen bei der Landespolizei. Foto: dpa
Die Einsatzstatistik dient als Grundlage für die Neuverteilung der Stellen bei der Landespolizei. Foto: dpa

In Flensburg ist die Arbeitsbelastung für einen Polizisten geringer als in Neumünster. Das soll sich ändern. Die Landespolizei strukturiert um.

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17. Dezember 2011, 06:07 Uhr

Kiel | Die Landespolizei hat zu viele Aufgaben - und zu wenig Mitarbeiter. Das kritisieren Polizeigewerkschaften schon seit langem. Die Beamten reagieren jetzt mit einer personellen Umstrukturierung, damit Polizisten nicht mehr allein auf Streife gehen müssen und schneller Verstärkung bekommen. Dafür sollen Hunderte Polizisten ihre Dienststellen wechseln. Dort, wo die Arbeitsbelastung hoch ist, werden neue Stellen geschaffen. Zum Ausgleich werden Stellen dort gestrichen, wo die Arbeitsbelastung geringer ist.
"Die sichtbare polizeiliche Präsenz leidet nicht darunter, auch nicht in den Bereichen, wo Personal abgezogen wird", sagte der leitende Polizeidirektor Joachim Gutt am Donnerstag in Kiel bei Vorstellung eines Zwischenberichts.
Personaleinsparungen seien nicht damit verbunden.
"Die Kehrseite der Medaille ist Gerechtigkeit"
"Gerade im ländlichen Raum gibt es noch Kollegen, die alleine raus müssen", sagte Gutt. Verstärkung innerhalb von fünf bis zehn Minuten sei derzeit nicht gewährleistet. Außerdem soll die Zahl der Nachtschichten gerechter auf die Polizeibeamten verteilt werden. Die Spanne reicht von fünf bis zehn pro Monat in größeren Städten, sieben gelten gerade noch als Grenze. Auf dem Land haben Polizisten 2,5 bis 5,5 Nachtschichten zusätzlich zu ihrer täglichen Streife - 4 ist das Ziel. Die Regionalleitstellen, die kürzlich mit lange Wartezeiten bei Notrufen für Schlagzeilen gesorgt haben, werden zudem mit rund 45 Stellen verstärkt.
Das Ergebnis der Veränderung sei erschreckend und ernüchternd, aber er stehe voll dahinter, sagte der Chef der kleiner werdenden Polizeidirektion Itzehoe, Dieter Böckel. "Die Kehrseite der Medaille ist Gerechtigkeit." Mit mehr Polizisten rechnet die Polizei angesichts der klammen Landeskassen nicht. "Wir werden nicht als Polizeiführung mehr Personal fordern, weil wir wissen, dass es aus gesellschaftspolitischer Sicht nicht legitim ist", sagte Gutt.
Die Pläne sehen vor, dass von 4265 Planstellen der Schutzpolizei 94 neu verteilt werden. Von 1105 Planstellen der Kriminalpolizei werden elf verschoben. Von den 345 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern im Verwaltungs- und Tarifbereich werden 33,5 Stellen neu zugeordnet.
Änderungen bei der Schutzpolizei:
Flensburg -21
Husum +22
Itzehoe -39
Kiel -5
Lübeck -29
Neumünster +30
Ratzburg +10
Bad Segeberg +32
Änderungen bei der Kripo:
Flensburg +2
Husum +4
Itzehoe -4
Kiel -3
Lübeck +1
Neumünster +1
Ratzburg -4
Bad Segeberg +3
Änderungen im Verwaltungs- und Tarifbereich:
Flensburg -5
Husum -7
Itzehoe -16,5
Kiel +6
Lübeck -5
Neumünster +10
Ratzeburg +4
Bad Segeberg +13,5
Börner betont, dass es sich bei den Plänen um ein Zwischenergebnis handelt: "Voraussichtlich im März 2012 wird Landespolizeidirektor Hamm dem Innenminister den Bericht mit einer abschließenden Untersuchungsempfehlung vorlegen."

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