Über den Zaun geklettert : Stalker flüchtet aus Psychiatrie in Lübeck

Zwei Polizeibeamte führen Alexander W. zum Streifenwagen. Foto: Kröger
Zwei Polizeibeamte führen Alexander W. zum Streifenwagen. Foto: Kröger

Am Montag lieferte sich Stalker Alexander W. eine Verfolgungsjagd mit der Polizei. Im Lübecker Hafen konnte er schließlich festgenommen werden.

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06. Juni 2013, 10:17 Uhr

Lübeck | Auf seiner Flucht vor der Polizei glotzte er mit seinem markanten Glatzkopf aus einem Bullauge der "Marylou" im Lübecker Hafen, wurde wenig später von Beamten überwältigt und in die Psychiatrie gebracht. Von dort ist Stalker Alexander W. (32), der eine Frau verfolgt und bedroht hatte am Dienstag geflüchtet.
Die Klinik für Psychiatrie am Campus Lübeck ist mit einem fünf Meter hohen Zaun gesichert. Alexander W. spazierte aus der geschlossenen Abteilung einfach in den Garten und kletterte mit einem Mitpatienten darüber. Die Polizei, die ihn als gefährlich einstuft, löste eine Großfahndung aus. Der drogensüchtige Mann sollte sich ein Messer besorgt haben.

"Ich bringe euch alle um"

Ziel seiner Attacke am Montag war Sengül K. (33) gewesen. In der Innenstadt hatte er die Tür ihres Porsche Cayenne aufgerissen und gefragt, ob er mitfahren könne. Die Frau gab Gas, doch er folgte ihr über zwei Kilometer bis zu den "Media Docks", wo sie mit ihrem Ehemann einen Termin für ein Foto-Shooting hatte. Als Alexander W. drohte: "Ich bringe euch alle um", zog Ehemann Attila K., Chef einer Sicherheitsfirma, eine Schreckschusspistole, die er legal besaß, und jagte den Stalker bis zur "Marylou", auf der sich Alexander W. verschanzte.
Nach der Flucht am Dienstag durchlitt Sengül K. furchtbare Ängste. Doch Alexander W. wurde bereits am Nachmittag wieder gefasst. Er war nach Hause gefahren und hatte den Hausmeister gebeten, ihm die Wohnungstür aufzuschließen, da er seinen Schlüssel verloren habe. Der alarmierte die Polizei. Festnahme. Auch der Mitpatient wurde zu Hause geschnappt. Warum konnte Alexander W. so einfach flüchten? Oliver Grieve, Sprecher des Uniklinikums Schleswig-Holstein: "Lübeck ist keine forensische Klinik und verfügt deshalb nicht über Sicherheitsbarrieren der höchsten Stufe. Die medizinische Versorgung steht im Vordergrund."

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