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"Red Devils Neumünster" : Stadt will Rockern das Stadtwappen nicht überlassen

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Die "Red Devils" haben sich das Neumünsteraner Stadtwappen zu eigen gemacht. Doch das kann die Stadt unmöglich tolerieren. Jetzt befasst sich der Hauptausschuss mit dem Thema.

shz.de von
erstellt am 16.Feb.2010 | 02:16 Uhr

Neumünster | Die Stadt wird die Verwendung ihres Schwanen-Wappens durch den Motorradclub "Red Devils Neumünster" nicht hinnehmen. Die als Unterstützer der "Hells Angels" geltenden Rocker reklamieren auf ihren Internet-Seiten die "rot-weiße Stadt im Herzen Schleswig-Holsteins" als ihr Territorium und zeigen dabei gleich mehrfach das Stadtwappen.
Doch das geschieht ohne Genehmigung. "Ein Antrag der Red Devils ist der Stadt nicht bekannt", heißt es beim Fachdienst Allgemeine Dienste. Die Verwaltung ist nach der Berichterstattung im Holsteinischen Courier vom Sonnabend bereits am Montag aktiv geworden. "Wir haben den Webmaster angeschrieben und aufgefordert, das Wappen sofort von der Seite zu entfernen, und eine ganz kurze Frist gesetzt", teilte Oberbürgermeister Dr. Olaf Tauras mit. Sollte das nicht passieren, werde die Stadt ihre Rechtsabteilung einschalten.
Grüne: "Keine Gewalt in dieser Stadt"
Zuständig für die Verwendung des geschützten Stadtwappens ist der Hauptausschuss. Er tagt am heutigen Dienstag und wird sich mit der Angelegenheit befassen. "Ich werde das spätestens unter dem Punkt Mitteilungen zum Thema machen", sagte die Hauptausschuss-Vorsitzende Sabine Krebs (CDU). Das Thema bewege sie sehr, müsse aber rechtlich sauber abgearbeitet werden.
Jörn Seib vom Linksbündnis sieht das ähnlich: "Die Entscheidung muss fundiert und mit der Rechtsabteilung abgestimmt sein, damit sie nicht angefochten werden kann." Grünen-Fraktionschef Sebastian Fricke will "keine Gewalt in dieser Stadt haben", sieht den Schutz der Bürger aber als vornehmliche Aufgabe der Polizei an. Fricke: "Wir können nur moralisch und ordnungspolitisch unterstützen." Darauf drängt auch der SPD-Fraktionsvorsitzende Andreas Hering: "Wir müssen das thematisieren." Die Regeln seien für alle da - das gelte auch für die "Red Devils", betonte Hering.
Der OB geht nicht davon aus, dass der Hauptausschuss einem Antrag der "Red Devils" auf Verwendung des Stadtwappens zustimmt. Das steht für Reinhard Ruge (FDP) "außer Frage". Wie man mit den "Bandidos" und "Hells Angels" generell umzugehen habe, werde noch zu diskutieren sein. Ruge: "Das alles ist dem Image der Stadt überhaupt nicht zuträglich."

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