Ärztetag in Kiel : Spitze der Ärztekammer will Verbot von Sterbehilfe

Die Spitze des Ärztetags spricht sich gegen die Sterbehilfe aus. Foto: dpa
Die Spitze des Ärztetags spricht sich gegen die Sterbehilfe aus. Foto: dpa

Die Spitze der Ärztekammer hat die Delegierten des Ärztetags in Kiel aufgerufen, einem Verbot der Sterbehilfe auch bei Todkranken zuzustimmnen.

Avatar_shz von
02. Juni 2011, 01:07 Uhr

Es ist ein eindeutiges Nein zur Sterbehilfe. "Wir lehnen die Beihilfe zum Suizid ab", sagte das Vorstandsmitglied Udo Wolter am Mittwoch am Rande des Ärztetags in Kiel. Wolter ist zuständig für die Berufsordnung, deren Novellierung am Nachmittag auf der Tagesordnung stand. Er hoffe, dass der Ärztetag das vorgesehene Verbot mittrage.
Ärztepräsident Jörg-Dietrich Hoppe sagte, Fälle, bei denen ein ärztlich assistierter Suizid vorkomme, würden selten bekannt. "Das ist ja ein Zweierbündnis, und der eine von beiden verstirbt." Doch nach einer Festschreibung eines Verbots verstießen Mediziner, die doch Hilfe bei der Selbsttötung leisteten, natürlich gegen die Berufsordnung.
Defizite in der Ausbildung, Finanzierung und dem flächendeckenden Angebot
Der Präsident der Gesellschaft für Palliativmedizin, Friedemann Nauck, zeigte sich zuversichtlich, dass weniger Patienten nach aktiver Sterbehilfe oder Hilfe beim Sterben fragen, wenn die Ärzte mit ihren Patienten offen über deren Ängste sprechen. Zentral sei ein weiterer Aufbau von Palliativmedizin in Deutschland. Dabei zähle gute Symptomkontrolle, gute Schmerzlinderung und der Abbau von Ängsten.
"Es bestehen Defizite", sagte Nauck. Dies betreffe Ausbildung, Finanzierung und flächendeckende Angebote in dem Bereich.
(dpa, shz)

zur Startseite

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen