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Ernährung : Spargelzeit: Königliches von der Stange

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Aufgrund des milden Winters und des flotten Frühlingsbeginns reift der Spargel in diesem Jahr früher. shz.de hat zusammengestellt, auf was Sie sich in der Spargelzeit freuen können.

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erstellt am 19.Apr.2014 | 06:30 Uhr

Ein edles Gewächs verdient edle Namen – wohl kaum einem anderen Gemüse wird so viel Ehre zuteil wie dem Spargel. Er gilt als essbares Elfenbein, Poeten sprechen von ihm als Frühlingsluft in Stangen. Er wird als königliches Gemüse oder weißes Gold bezeichnet. Dabei gibt es ihn auch in grün.

Foto: dpa
Foto: dpa

Grüner oder weißer Spargel? Das ist eine Frage der Überzeugung. Spargel-Liebhaber lassen sich da wenig von Argumenten beeinflussen. Dennoch - ein paar Vor- und Nachteile lassen sich hier anführen: Die Preise für Spargel schwanken enorm. Nicht nur im Verlauf der Spargelsaison, auch im Laufe eines Tages. Oftmals lohnt es sich, gegen Ende des Wochenmarktes auf Einkaufstour zu gehen, denn dann wollen die Händler die Ware an ihren Ständen noch loswerden. Generell gilt jedoch, dass der grüne Spargel teurer ist als der weiße, da es hierfür weniger Anbauflächen gibt.

In der Zubereitung sprechen die Argumente für die grüne Pflanze. Dieser muss in der Regel nicht geschält werden und ist schneller gar. Dafür hat der weiße Spargel einen intensiveren Geschmack.

Ob die Optik ein Argument ist, sei mal dahingestellt. Auffällig ist die unterschiedliche Färbung aber allemal. Weißer Spargel wächst unter der Erde in Erdwällen, grüner überirdisch. Die Sonneneinstrahlung sorgt für die grüne Färbung. Im Laufe der Photosynthese bildet sich der Farbstoff Chlorophyll. Außerdem bildet sich so im grünen Spargel mehr Vitamin C und Karotin.

 

Frisch gestochener Spargel besteht zu etwa 95 Prozent aus Wasser - und er quietscht so schön, wenn man die Stangen aneinander reibt. Außerdem erkennt man den frischen Spargel an den fest geschlossenen Spitzen, festen Stangen und ihrem gleichmäßigen Durchmesser. Außerdem sollte beim Aneinanderschlagen der Stangen ein heller Ton erklingen. Auch an den Schnittstellen kann man einiges Ablesen - sind sie sehr trocken und bräunlich, liegt das Gemüse wohl schon länger. Aber Achtung: Die Stangen können auch von einem geschickten Verkäufer nachgeschnitten sein. Also: Alle anderen Hinweise prüfen und die Stange leicht quetschen - läuft dann bei Druck Saft heraus (der nicht säuerlich schmecken darf), ist sie frisch.

Foto: dpa
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Hat man frischen Spargel ergattern können, sind die Möglichkeiten der Verarbeitung schier grenzenlos. Neben der klassischen Kombination von Spargel mit Kartoffeln, Schinken und Sauce Hollandaise lassen sich Feinschmecker den Spargel auch im Salat, mit Nudeln, auf der Pizza oder zum Steak schmecken. Aber es gibt auch immer skurrilere Rezeptideen für experimentierfreudige Spargel-Fans: Fränkisches Spargelsoufflé, Spargeleis oder Spargeltimbale (Foto) zum Beispiel.

 

Oder Kalter Hund mit Spargel-Minz-Salat: „Klingt komisch, schmeckt aber richtig geil“, sind die Köche Bernd und Benni überzeugt. Wie's geht, zeigen sie in ihrem Youtube-Kochkanal:

 

Die Vorfreude auf das Mahl und das Essen als solches sollte genossen werden, denn danach folgt die Strafe: übel riechender Urin. Den Wissenschaftlern ist es nach wie vor ein Rätsel, wie es dazu kommt. Angeblich schuld sind mehrere schwefelhaltige Substanzen, die bei der Verdauung der im Spargel enthaltenen Asparaginsäure entstehen. Von dem Stinkerlebnis sind aber nicht alle Spargelesser betroffen, warum weiß die Wissenschaft aber nicht. Entweder können nur etwa die Hälfte der Spargelesser diese Verbindung riechen oder ihr Verdauungssystem scheidet diese Substanzen nicht aus.

Foto: Imago
Foto: Imago

Sicher jedoch ist: Spargel ist gesund. Er wirkt entwässernd, harntreibend und regt die Nierentätigkeit an. Durch die gesteigerte Harnausscheidung werden vermehrt Gift- und Schlackenstoffe als Endprodukte des Stoffwechsels aus dem Körper ausgeschwemmt, das Blut gereinigt und die Funktion von Leber, Nieren und Lunge unterstützt.

Doch nicht nur beim Verzehr findet man das Gemüse in unerwarteten Kombinationen. Unter den mehr als 200 verschiedenen Spargelarten gibt es auch solche, die als reine Zierpflanzen die Wohnung verschönern sollen. So sieht der Feder-Spargel fast aus wie Farn, gehört aber zur nicht essbaren Art des Spargels. Zuhause ist er in der östlichen Kap-Provinz, Natal, Transvaal - alles Provinzen Südafrikas - und dem tropischen Ostafrika.

Feder-Spargel
Feder-Spargel Foto: Imago
 

Dass Spargel einmal als Zierpflanze herhält, hätten die alten Griechen sicher nicht gedacht. Vor rund 2500 Jahren verwendeten sie das Gemüse als Mittel gegen Zahnschmerzen und zur Linderung von Bienenstichen.

Weiter schwer vorstellbar: Spargelessen mit Messer und Gabel. Denn früher wurde der Spargel mit den Fingern gegessen, weil die Messer nach dem Schneiden von Spargel schnell anfingen zu rosten. Heute ist es hingegen Sitte, Spargel mit Messer und Gabel zu essen - das ist auch besser, wenn man ihn - wie es eben am besten schmeckt - in Sauce Hollandaise ertränkt hat.

Foto: dpa
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