Wettervorhersage : Sonne ab Sonntag: Eine Woche mit blauem Himmel über SH

<p>Seltene Farben am Brodtener Steilufer.</p>

Seltene Farben am Brodtener Steilufer.

Ein Geschenk des Himmels zum Jahresstart: So gut wie ab Sonnabend waren die Wetteraussichten seit Juni nicht.

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04. Januar 2018, 12:33 Uhr

Kiel/Flensburg | In Schleswig-Holstein sieht es aus wie nach sieben Jahren Regenwetter: Die Landwirte sehen bei all den Überschwemmungen Missernten entgegen, die Böden sind allerorten komplett aufgeweicht, Pflastersteine haben Hochkonjunktur. Dass nach einem verregneten Jahr 2017 auch 2018 gleich Sturm „Burghild“ mit viel Regen und neuen Pfützen über das Land zog, setzte dem matschigen Umstand nochmals eine Krone auf. Doch nun glitzert etwas Licht am Horizont des Tiefdrucksumpfes: Eine ganze Woche der Verdunstung mit Sonnenschein und fast ohne Niederschläge bahnt sich an.

„Seit Juni hatten wir nicht annähernd so eine Phase wie die Kommende“, erzählt Meteorologe Sebastian Wache von der Wetterwelt in Kiel. Seit Frühsommer sei es in Schleswig-Holstein nicht ein einziges Mal dazu gekommen, dass es drei Tage am Stück einmal nicht regnet. Zwar gab es kein Extremwetter, doch mit ihrer Stetigkeit sorgten die Niederschläge dafür, dass der Normbereich der Niederschlagsmassen in diesen Monaten fast allenthalben deutlich überboten wurde. Im Sommer waren die Regenmesser mancherorts sogar knapp doppelt so hoch befüllt wie in den Referenzjahren von 1961 bis 1990. So prasselten auf Lübeck im Juli 2017 198 Prozent des normalen Niederschlags herunter. In anderen Gegenden des Landes sei die Situation ganz ähnlich gewesen, sagt Wache mit Blick auf die Daten. Trotz des kühlen Sommers und der gefühlten Kälte seien die Durchschnittstemperaturen allerdings 0,8 Grad Celsius zu hoch gewesen.

Wie es zu dem schönen Wetter kommt

Zunächst kommt es zu einem Warmluftvorstoß vom Atlantik, der ein Hochdruckgebiet produziert. Eine Strömungsumkehr aus Skandinavien und Russland sorgt dann für kältere Luft, aber nicht für sibirische Kälte. Der kühle Ostwind wird sich laut Wache über der noch warmen Ostsee aufwärmen, sodass die Tagestemperaturen wohl meist über dem Gefrierpunkt bleiben. Der Nachtfrost wird sich bei einigen Grad unter Null zeigen. Durch die Einwirkung der Ostsee sei es aber auch möglich, dass es am Mittwoch und am Donnerstag zu etwas Schnee komme, sagt Wache. Der nördliche Landesteil kann schon am Sonntag mit sechs, der südliche Landesteil mit fünf Sonnenstunden rechnen.

Insgesamt sei die Lage Schleswig-Holsteins am Rande des Hochdruckgebietes stabil und günstig, sodass man bis Freitag nächster Woche viel klare Sicht ohne starken Höhennebel erwarten könne, erklärt der Wetterforscher. Erst dann haben die Tiefdruckgebiete wieder eine Chance, nach Schleswig-Holstein durchzudringen.

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