Altweibersommer : Sommerwetter lockt Touristen in den Norden

Sprung ins kühle Nass: Das lange Wochenende im Norden überzeugte mit viel Sonne und warmen Temperaturen. Foto: dpa
Sprung ins kühle Nass: Das lange Wochenende im Norden überzeugte mit viel Sonne und warmen Temperaturen. Foto: dpa

Sonnenschein und warme Temperaturen: Der Altweibersommer hat am Wochenende zahlreiche Tagestouristen an die Strände von Nord- und Ostsee gelockt.

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05. Oktober 2011, 08:39 Uhr

Die Erleichterung ist Christian Schmidt anzumerken: "Dieses Wochenende hat uns gut getan", sagt der Chef der Tourismus-Agentur Schleswig-Holstein (Tash). Von Freitag an hatten Sonnenschein und sommerliche Temperaturen tausende Tagestouristen an die Strände von Nord- und Ostsee gelockt. In der Holsteinischen Schweiz nutzten insbesondere Rad- und Motorradfahrer das gute Wetter für Ausflüge. Im ganzen Land waren die Unterkünfte das Wochenende über ausgebucht. "Das macht die schlechten Zahlen aus der verregneten Saison wieder wett", freut sich Schmidt und wagt eine optimistische Prognose. "Ich gehe davon aus, dass wir unser Jahresergebnis trotz Schietwetters um zwei Prozent gegenüber 2010 steigern können."
Allerdings fürchtet der Tourismusfachmann nach den sommerlichen Regenmassen doch einen bleibenden Imageschaden für Schleswig-Holstein: "Wir werden jetzt erst einmal abwarten müssen, ob unsere Gäste nach diesem Sommer überhaupt noch wiederkommen möchten", warnt er vor zu viel Optimismus angesichts der guten Zahlen. "Wenn die ersten Buchungen im Februar und März 2012 reinkommen, sehen wir weiter." Solange herrscht in der Branche aber zumindest die Freude über einen versöhnlichen Abschied vom Sommer.
"Alles im Einsatz, was geht"
An der Nordsee, insbesondere in St. Peter-Ording, zeigten sich die Touristiker in einer Blitzumfrage der Tash "sehr zufrieden". Besonders gute Laune herrschte auch auf den nordfriesischen Inseln. Und die Wyker Dampfschiff Reederei meldete gute Geschäfte. Bis zu 26 Überfahrten leisteten ihre Fähren an jedem Tag des langen Wochenendes. "Hier war alles im Einsatz, was geht", berichtete eine Mitarbeiterin fröhlich. Die Schiffe nach Föhr und Amrum seien sämtlich ausgebucht gewesen. Über 20.000 Touristen brachten sie über das Wattenmeer auf die Inseln und Halligen. Unter ihnen schon die ersten Herbstferien-Gäste aus Berlin, Rheinland-Pfalz und dem Saarland. Aber auch viele Tagesausflügler aus Hamburg und Schleswig-Holstein. Viel Arbeit sei das gewesen, sagt die Dame von der Reederei. "Aber so macht das ja auch Spaß." Schon früh morgens seien die Urlauber zur Stelle gewesen. "Bei uns mussten sie ja dann nicht mehr so lange warten. Aber viele haben ordentlich über die Baustellen auf der Autobahn geflucht."
Tatsächlich trübten Staus und zähfließender Verkehr vielerorts die Urlaubsfreuden. Besonders am Sonnabend stauten sich die Fahrzeuge auf der Autobahn 1 in Richtung Lübeck zeitweise auf 14 Kilometern; kilometerlang auch die Schlange auf der A7 bei Bordesholm. Die befürchtete Stauwelle beim Rückreiseverkehr Montagabend blieb dann aber aus, nachdem sich das Wetter an der Ostsee eingetrübt hatte.
Angesichts der Herbstferien, die nun in vielen Bundesländern anstehen, hofft Tash-Chef Christian Schmidt auf gutes Wetter auch in der Nachsaison. "So bleiben wir den Gästen dann doch noch in guter Erinnerung."

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