Reisen : Sommerurlaub: Das gehört in die Reiseapotheke

Ungewohntes Essen, die pralle Sonne und hohe Temperaturen können Urlaubern gesundheitlich zu schaffen machen.
Ungewohntes Essen, die pralle Sonne und hohe Temperaturen können Urlaubern gesundheitlich zu schaffen machen.

Wer verreist, sollte sich gut vorbereiten. Dazu sollte neben ausreichenden Informationen über das Zielland auch die Gesundheit nicht zu kurz kommen. Eine gut bestückte Reiseapotheke leistet im Notfall gute Dienste. shz.de zeigt, was im Koffer nicht fehlen darf.

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17. Juli 2014, 19:17 Uhr

Heftiges Fieber oder tagelange Magenschmerzen können den schönsten Urlaub vermiesen. Gegen die häufigsten Erkrankungen sollte man sich deshalb mit einer Reiseapotheke wappnen. Grundsätzlich gilt: Je abgelegener das Reiseziel ist, umso wichtiger ist die Mini-Apotheke. Das Sortiment hängt aber auch von der Reisedauer und dem Reisestil ab, denn wer mit Zelt und Schlafsack unterwegs ist, muss anders vorsorgen als jemand, der seinen Urlaub in einem Ferienressort verbringt.

Als Faustregel schlägt Ursula Sellerberg von der Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände (Abda) vor: „Für den Urlaub braucht man das, was in die Hausapotheke gehört, plus reisemedizinischen Bedarf.“ Letzterer muss an das Urlaubsziel, die geplanten Aktivitäten sowie die eigene körperliche Verfassung angepasst werden. „Bei Fernreisen ist ein guter Termin für die Zusammenstellung der Reiseapotheke, wenn man sich um die notwendigen Impfungen kümmert“, sagt Sellerberg. Beim Familienurlaub reiche eine Woche Vorlauf.

Reisende sollten auf alle Fälle Verbandmittel wie Mullbinden und sterile Gaze-Wundauflagen, Pflaster, elastischen Binden, Einmalhandschuhe, Schere, Fieberthermometer und eine Pinzette einpacken. Besonders in südlichen Ländern besteht wegen der hohen Temperaturen und der Fliegendichte ein Infektionsrisiko.

Ganz oben auf der Liste stehen jedoch Mittel gegen Durchfall. Diese Erkrankung wird meist durch ungewohnte oder nicht ausreichend gesäuberte oder abgekochte Lebensmittel verursacht. „Von Medikamenten mit dem Wirkstoff Loperamid sind wir nicht allzu begeistert: Er lähmt den Darm und fördert potenziell die Entwicklung der Erreger“, sagt Tomas Jelinek, Wissenschaftlicher Leiter des Centrums für Reisemedizin (CRM). Im Notfall, etwa bei einer Tagesbustour, kann so ein Mittel allerdings unverzichtbar sein. Wichtig ist in jedem Fall, viel zu trinken und den Salzverlust mit Elektrolyt-Präparaten auszugleichen.

Nicht fehlen dürfen auch Mittel gegen alle Arten von Schmerzen. Bei Kopf-, Zahn- und Gliederschmerzen, Fieber und Erkältungsbeschwerden ist ein Basis-Schmerzmittel angesagt. Ob der Wirkstoff Paracetamol, Ibuprofen oder Acetylsalicylsäure (ASS) eingepackt wird, kann vorrangig nach persönlichen Vorlieben und Verträglichkeit entschieden werden. „Man sollte aber bedenken, dass ASS eine leichte Blutungsneigung verursacht“, sagt Jelinek. Vor allem in den Tropen oder in großer Höhe ist dieser Wirkstoff daher ungeeignet.

Je nach Urlaubsziel können zudem die unterschiedlichsten Insekten zur Plage werden. Abwehrmittel gegen Mücken oder Zecken helfen, das Übel in Maßen zu halten. Wer zu starken oder allergieartigen Reaktionen auf Mückenstiche neigt, ist mit einer antiallergischen Salbe gut beraten.

Auch beim Sonnenbrand ist „Vermeiden“ das wichtigste Stichwort. Ausreichend Sonnenschutzmittel mit hohem Lichtschutzfaktor darf daher in keiner Reiseapotheke fehlen. Verbrannte Hautstellen sollten der Sonne nicht weiter ausgesetzt, sondern mit Kleidung bedeckt werden.

Menschen, die unter chronischen Krankheiten wie Migräne oder Asthma leiden, sollten daran denken, genug Medikamente einzupacken und sich diese vor der Abreise verschreiben zu lassen, damit es nicht zu Engpässen kommt. Nicht immer gibt es im Ausland vergleichbare Präparate. Bei lebenswichtigen Mitteln kann es sinnvoll sein, sich doppelt abzusichern und vom Arzt ein Ersatzrezept ausstellen zu lassen, um das entsprechende Medikament auch vor Ort zu erhalten.

Aufgrund der verstärkten Sicherheitsvorkehrungen an den Flughäfen dürfen Flüssigkeiten und Salben, Gels und Sprays nur in begrenzter Menge an Bord gebracht werden. Gefährliche Gegenstände – theoretisch auch Arzneimittel und Insulinspritzen – sind ganz verboten. Damit Medikamente die Kontrollen passieren, sollten jeder Reisende ein ärztliches Attest oder eine beglaubigte Rezeptkopie (zusätzlich in englischer Sprache!) vorlegen können. Bei starken Schmerzmitteln oder Psychopharmaka, die unter das Betäubungsmittelgesetz fallen, sind entsprechende Papiere unverzichtbar. Für den Fall, dass Gepäck verloren geht, sollten Flugurlauber wichtige Medikamente stets im Handgepäck transportieren.

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