Aktuelle Wassertemperaturen : Sommer in SH: Die Nordsee leuchtet, Gefahr an der Ostsee

Meeresleuchten könnte jetzt wieder zu sehen sein.
Foto:
Meeresleuchten könnte jetzt wieder zu sehen sein.

Wenn die Luft fast 30 Grad misst, ist ein Bad im Meer oder See erfrischend. shz.de zeigt die Wassertemperaturen. Die DLRG warnt vor gefährlicher Unterströmung.

shz.de von
02. Juli 2015, 16:45 Uhr

Alle Schleswig-Holsteiner und Urlauber im Norden können sich freuen: Das Sommerwetter zeigt Wirkung. Sowohl die Nord- als auch die Ostsee knacken die 20-Grad-Marke. Tendenz weiter steigend. Pefektes Badewetter!

Die Ursache für die sprunghafte Erwärmung des Wassers sei in erster Linie die lang anhaltende Sonneneinstrahlung, sagt Hartmut Heinrich vom Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie. Bis zu 17 Stunden täglich wärmte der Feuerball die Nordhalbkugel seit der Sommersonnenwende. Aber auch der mäßige Wind sowie das warme Wasser des Golfstroms, das durch den Englischen Kanal kommt, ließen die Wassertemperaturen steigen, so der Hamburger Experte.

shz.de veröffentlicht jeden Donnerstag die aktuellen Wassertemperaturen.

Doch beim Baden ist Vorsicht geboten: Die Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) warnt an einigen Stränden der Lübecker Bucht vor gefährlichen Unterströmungen. Wegen hoher Wellen und starker Strömung wurden an Stränden von Burg auf Fehmarn und Großenbrode am Donnerstag die gelbe Flagge gehisst. „Dort kann der herrschende Südostwind für Unterströmungen sorgen, die das Baden besonders für Kinder und ungeübte Schwimmer gefährlich machen“, sagte der Landesgeschäftsführer der DLRG Schleswig-Holstein, Thies Wolfhagen. Insgesamt rechne er für die nächsten Tage aber nicht mit einer ähnlichen Situation wie im Juli 2014, sagte er. Damals waren bei anhaltendem Nordostwind 15 Menschen in der Ostsee ertrunken.

„Jetzt haben wir eher Wind aus Süd bis Südost, der zum Wochenende auch nachlassen soll“, sagte Wolfhagen. Je nach Lage könne es aber an einzelnen Stränden auch zu Unterströmungen kommen, warnte der DLRG-Landesgeschäftsführer. Auch auf der Insel Rügen hat die DLRG für die Strände in Karlshagen, Sellin und Gager entsprechende Warnungen ausgesprochen und die gelbe Flagge gehisst.

Unterströmungen entstehen, wenn sich Wellen am Strand brechen und das Wasser zurück ins Meer läuft. Dabei könne die Strömung so stark sein, dass sie Menschen selbst im flachen Wasser umreißen und Schwimmer ins Meer hinaus ziehen kann.„Badegäste sollten auf die Flaggensignale an den DLRG Türmen achten. Die gelbe Warnflagge bedeutet Gefahr für Kinder, ältere Menschen  und ungeübte Schwimmer, die rote Flagge bedeutet absolutes Badeverbot, sagte Wolfhagen.

Ganz ungefährlich ist das Meeresleuchten der Nordsee vor Sylt. Die Wellen blitzenblau-grün auf, wenn sie sich brechen un beim Schwimmen glitzert die eigene Haut. Verantwortlich dafür sind die sogenannten Meeresleuchttierchen (Noctiluca scintillans). Sie gebe es gerade in hoher Konzentration in der Nordsee, sagt Matthias Strasser, Chef des Erlebniszentrums Naturgewalten. Anzeichen dafür ist auch der harmlose rote „Glibber“, den man momentan beim Baden sieht. Zum Leuchten gebracht werden die Meerestiere durch Wellen oder auch Schwimmbewegungen.

Noctiluca scintillans kommt aus dem Lateinischen und heißt funkelndes Nachtlicht. So sieht es auch aus - wunderschön. Noctiluca scintillans leuchtet nicht wie eine Glühbirne dauerhaft. Wenn sie sich bewegt, entstehen kleine Blitze, die man aber nicht einzeln sehen kann, sondern als Meeresleuchten.

Wer sich dieser Tage aufmacht, das Meeresleuchten selbst zu suchen: Zu sehen ist es erst, wenn es schon recht dunkel ist. Und auch wenn das Meer dann doch nicht glitzert: Ein Spaziergang nachts am Strand ist doch auch so schön.

zur Startseite

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen