Sülfeld : Sohn zerstückelt und in Jauchegrube geworfen

Ein Beamter der Spurensicherung trägt in einem Plastiksack einen Trennschleifer aus dem Gehöft.  Foto: Kröger
Ein Beamter der Spurensicherung trägt in einem Plastiksack einen Trennschleifer aus dem Gehöft. Foto: Kröger

Der 62-Jährige gestand, die Leiche seines Sohnes zerteilt und in eine Jauchegrube geworfen zu haben. Er ist zurzeit in der Psychiatrie. Die Polizei durchsucht das Gehöft in Sülfeld.

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23. Juni 2012, 12:59 Uhr

Sülfeld | Nach der tödlichen Familientragödie in der Gemeinde Sülfeld (Kreis Segeberg) haben die Ermittlungen der Mordkommission grausige Details zu Tage gefördert. Landwirt Hans-Martin V. (62) hat in einer Vernehmung gestanden, die Leiche seines Sohnes Henning V. (27) zerteilt zu haben. Polizeisprecher Stefan Muhtz: "Hierbei wurden die Gliedmaßen vom Torso getrennt. Anschließend warf er die Leichenteile in eine auf dem Grundstück befindliche Jauchegrube."
Mit Hilfe des Technischen Hilfswerks pumpte die Mordkommission die Jauchegrube am Freitag leer. Das THW setzte außerdem starke Scheinwerfer, so dass die Experten der Polizei nach weiteren Hinweisen suchen können. Das Wohnhaus der Familie wurde ebenfalls noch einmal durchsucht.
Vater in psychiatrischer Anstalt
Gegen den Vater beantragte die Kieler Staatsanwaltschaft Haftbefehl. Der 62-Jährige ist wegen seines akuten Zustandes auf Anordnung eines Amtsarztes am Donnerstag in einer geschlossenen psychiatrischen Anstalt untergebracht worden. Deshalb bestehe keine Fluchtgefahr und sei noch unklar, wann über den Haftbefehl entschieden werde, erläuterte eine Sprecherin der Polizei Lübeck am Freitag.
Wie der Sohn starb, soll eine Obduktion in der Rechtsmedizin ergeben, die am Donnerstag begonnen hat. Das Motiv der Tat ist noch unklar. In der Nachbarschaft gilt Hans-Martin V. als korrekt und fleißig. Er betrieb die Schweinezucht in Sülfeld, die er vor sechs Wochen aber aufgegeben hat, und arbeitete bis zu seiner Frührente vor zwei Jahren auch als Elektriker. Der Vater von drei Kindern lebte mit seiner Ehefrau im nahen Rethwischfeld (Bad Oldesloe).
Dort war auch sein Sohn gemeldet. Doch Henning V. verbrachte seine Zeit auf dem Gehöft der Familie in Sülfeld, auf dem auch seine Schwester Rebecca V. (28) lebte. Der gelernte Landmaschinenmechaniker hatte keinen festen Job, half nur gelegentlich bei Bauern in der Umgebung aus. Sein Lebenswandel führte offenbar zu Konflikten. Zwischen Vater und Sohn habe es oft gekracht, berichten Nachbarn, da Henning V. "die meiste Zeit zu Hause rumlag".
Erinnerungen an einen Fall von 1996
Seit Sonntag wurde Henning V. dann vermisst, die Schwester fand den toten Bruder am Dienstag - entsorgt in der Jauchegrube. Helfer der Freiwilligen Feuerwehr, in der auch Hans-Martin V. Mitglied ist, mussten die Leichenteile bergen.
Im Dorf weckt die Bluttat Erinnerungen an das rätselhafte Verschwinden von Bauer Hans-Werner Studt (damals 50) im Oktober 1996. Auf einem Feldweg bei Sülfeld wurden nur Blut und sein verwaister Traktor gefunden. Der mutmaßliche Mord konnte bisher noch nicht geklärt werden.

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