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Sturmböen und Dauerregen : So trotzt SH Tief „Wilma“

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Mit bis zu 100 Stundenkilometern trifft der Wind auf die nordfriesische Küste. Auch der Kreis Dithmarschen und Helgoland sind betroffen. Urlauber reagieren ganz unterschiedlich auf das Wetter.

Helgoland/Dithmarschen | Nach wochenlangem „Karibik-Feeling“ erlebt Deutschlands Norden jetzt echtes „Schietwetter“. Besonders die Menschen an der Nordseeküste stöhnten am Montag unter heftigen Sturmböen, die im gefühlten Fünfminuten-Takt ergiebige Regenschauer über das Land trieben - und auch in den nächsten Tagen sieht es kaum besser aus.

Im Kreis Dithmarschen und auf Helgoland maß der Deutsche Wetterdienst Windstärken von bis zu 100 Kilometern pro Stunde. Die stürmisch-nassen Wetterkapriolen scheinen jedoch kaum einem Touristen im Norden die Laune zu vermiesen. Trotz Regen und Sturm: „Es sind reichlich Leute da“, sagt Karl-Heinrich Andresen, verantwortlich für die Strandkorbvermietung in Westerland und Rantum. In „Funktionskleidung“ gehen sie an den Stränden von Sylt spazieren.

„Es gibt kein schlechtes Wetter sondern nur unpassende Kleidung“, sagen Heike und Harald Schönebäumer, ein Ehepaar aus dem niedersächsischen Wittmund. Um gleich einzuschränken: „Sicher wäre es mit Sonne schöner, aber so geht es auch.“ Sie sind auf dem Kilometer langen Sandstrand von St. Peter-Ording unterwegs, auf dem am Vormittag seltene Leere herrscht. Nur vereinzelt wagen sich Wind- und Kitesurfer in die Gischt tosende Brandung. Zur Freude von Jannik (8) und Mika (8) aus Pinneberg bei Hamburg steht etwas weiter oben der Nacktbadestrand unter Wasser. In ihren Gummistiefeln hüpfen die beiden Grundschüler fröhlich durch das knöcheltiefe Nass.

In Büsum (Kreis Dithmarschen) treibt das herbstliche Wetter ebenfalls viele Gäste weg von den Stränden hin in die Straßencafés, wobei Tische und Stühle auf den Sonnenterrassen meist verwaist bleiben.

Auch die Strandkorbvermieter gehen meist leer aus: Strandkörbe werden nicht mehr genutzt - und auch nicht mehr gemietet, denn bei solchem Wetter ist in den Küsten-Orten „Shoppen statt Sonnen“ angesagt. Die Surfschule Westerland bekommt das Wetter ebenfalls zu spüren. „Es ist nicht so viel Ansturm wie bei schönem Wetter“, sagt ein Mitarbeiter.Doch am Strand von Kampen gibt es sie, „Knallharte, die bei jedem Wetter kommen“, sagt Greg Baber, Abteilungsleiter Strand. Die wüssten auch, dass es nach trübem Tagesbeginn am Nachmittag oft noch aufklare. Häufig werde es um den 15. August auf der Sylt stürmisch, aber Baber hofft auf einen schönen Herbst. Der wirft bereits seine Schatten voraus. „Wir fahren langsam die ersten Körbe rein.“ Nach dem kommenden Wochenende würden wohl deutlich weniger Urlauber da sein.

Genervt von dem herbstlichen Wetter ist Friederike von Gyldenfeldt aus dem hessischen Liederbach, die gerade mit ihrem Mann und den drei Kindern Urlaub in Schuby (Kreis Rendsburg-Eckernförde) bei Kappeln macht. „Im Moment herrscht großer Frust, weil es so regnet und so kalt ist“, sagt sie. Um sich die Laune nicht zu verderben, macht die Familie viele Ausflüge in die Region, die Kinder seien daher noch guter Laune. An diesem Tag stehe ein Besuch der Phänomenta in Flensburg auf dem Programm, erzählt die Mutter. Die warmen Sachen würden aber langsam knapp werden: „Wir haben eine Waschmaschine mit nasser Wäsche und kriegen die nicht trocken.“

Auch in den kommenden Tagen werde das Tief Wilma, das zurzeit über Südnorwegen liege, weiter für nasskühles Schmuddelwetter an Nord- und Ostsee sorgen. „Meteorologisch wäre das Wetter eher für September oder Oktober typisch“, sagte Markus Eifried vom Deutschen Wetterdienst. Wer von der Nordsee an die Ostsee ausweichen möchte, kommt auch nicht in wärmere Gefilde. „Der Wind und die Regenschauer lassen dort aber etwas nach“, sagte der Meteorologe.

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erstellt am 18.08.2014 | 14:15 Uhr

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