Medikamente online bestellen : So schützen Sie sich vor gefälschten Pillen

Über sieben Millionen gefälschte Medikamente entdeckt der Zoll pro Jahr. Foto: dpa
Über sieben Millionen gefälschte Medikamente entdeckt der Zoll pro Jahr. Foto: dpa

Jedes zweite online vertriebene Medikamenet ist eine Fälschung, schätzt die Weltgesundheitsorganisation. Damit Sie nicht in die Falle tappen, hier ein paar Tipps.

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18. Oktober 2011, 11:57 Uhr

Berlin | Gefälschte Arzneimittel können für Patienten lebensgefährlich sein. Nach Schätzungen der Weltgesundheitsorganisation ist jedes zweite online vertriebene Präparat eine Fälschung. Bei der Suche nach geprüften und sicheren Anbietern hilft eine Liste des Bundesverbandes Deutscher Versand-Apotheken (BVDVA) weiter. Seriöse Online-Apotheken sind nach deutschem Recht zugelassen und werden von einem in Deutschland approbierten Apotheker geführt. Auch das Impressum der Seite sollten Kunden sich genau ansehen, rät Martin Fensch vom Pharmakonzern Pfizer. Zudem müssten Verbraucher darauf achten, ob bei verschreibungspflichtigen Medikamenten ein Rezept verlangt wird. "Ist das nicht der Fall, wäre ich sehr skeptisch", sagte Fensch. Auch Farbe und Wirkung des Arzneimittels sollten Patienten kritisch prüfen. "Wenn man nichts spürt oder unsicher ist, sollte man das seinem Arzt melden."
Grundsätzlich unterscheiden Fachleute sechs Formen gefälschter Medikamente. So kann es sein, dass das Mittel keine aktiven oder zu viele aktive pharmazeutische Substanzen, falsche oder komplett andersartige und anderswirkende pharmazeutische Bestandteile enthält. Darüber hinaus ist es möglich, dass in gefälschten Arzneien giftige oder nicht wirksame Stoffe stecken. Laut Zollkriminalamt hat sich zwischen 2009 und 2010 die Zahl der sichergestellten Tabletten-Plagiate von rund fünf auf zehn Millionen fast verdoppelt.
Illegale Inhaltsstoffe in ausländischen Produkten
Auch fast jedes dritte online bestellte Nahrungsergänzungsmittel ausländischer Herkunft enthält illegale und gesundheitsschädliche Inhaltsstoffe. Diese sind für den Käufer nicht erkennbar. Das fand die Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen bei einer Untersuchung von 70 Produkten aus den Kategorien Potenzsteigerung, Abnehmen, Fitnesszuwachs und Anti-Aging heraus. Bestellt wurden die Produkte über deutschsprachige Webseiten oder Verkaufs-Plattformen.
In 13 von 21 Schlankheitsmitteln, in acht von 13 Libido- und Potenz-Präparaten sowie in sechs von 21 Sportlerprodukten entdeckten die Verbraucherschützer verbotene und riskante Arzneien, obwohl die Produkte als "natürlich" beworben wurden. Darüberhinaus waren 90 Prozent der Produkte so mangelhaft gekennzeichnet - etwa ohne deutsche Beschriftung -, dass sie in Deutschland nicht angeboten und verkauft werden dürften.

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