Dioxin : Skandal-Firma Harles & Jentzsch produziert wieder

Der Betrieb läuft weiter: Trotz des Skandals um Dioxin im Futterfett laufen die Bänder bei Harles & Jentzsch in Uetersen. Jetzt meldet sich der Insolventverwalter zu Wort.

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28. Januar 2011, 08:34 Uhr

Uetersen | Stichtag bei der Skandal-Firma Harles & Jentzsch in Uetersen (Kreis Pinneberg): Der vorläufige Insolvenzverwalter Heiko Fialski gab gestern ein erstes Statement zur Situation des Unternehmens ab, dem vorgeworfen wird, für die Dioxin-Verseuchung von Futterfetten verantwortlich zu sein.
Überraschend: Der Betrieb geht weiter. Allerdings würden keine Futterfette, sondern ausschließlich technische Fette und Natronseifen für die Papierindustrie hergestellt, wie der Insolvenzverwalter mitteilte. "Die Geschäftsführung verfügt über ausreichende liquide Mittel für die Betriebsfortführung", betonte Fialski. "Die am Geschäftssitz in Uetersen vorhandenen Warenvorräte für die Futtermittelherstellung wurden durch das Landeslabor analysiert und für eine Verwendung außerhalb des Futtermittelbereichs und unter Auflagen freigegeben." So müssten unter anderem Transporte und Verarbeitung der Vorräte 24 Stunden zuvor angezeigt werden. Die Firma müsse außerdem umfassende Dokumentationen anlegen. Wie die Vorräte überhaupt verwendet werden könnten, ist noch nicht klar. Eine "qualifizierte Fremdfirma" sei beauftragt worden, Produktion und Handelsgeschäfte zu überwachen.
Harles & Jentzsch muss offenbar mit hohen Schadensersatzforderungen rechnen. Bislang hätten 30 potenziell Geschädigte Ansprüche angemeldet. Harles & Jentzsch hat bei ihrer Haftpflichtver sicherung und bei dem Deutschen Verband Tiernahrung einen Schadensfall angezeigt. Laut Fialski würde die Versicherung Schäden in Höhe von bis zu zwei Millionen Euro decken. Die Zusatzver sicherung über den Verband habe eine Haftungssumme von 25 Millionen Euro.
Wann das Insolvenzverfahren über das Vermögen der Firma eröffnet wird, ist allerdings noch unklar.

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