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Tag der Internet-Sicherheit : Sicheres Surfen als Unterrichtsfach?

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Zum vierten Mal ruft die EU heute den "Tag der Internet-Sicherheit" aus. Datenschützer Dr. Thilo Weichert fordert, das Thema zum Unterrichtsfach zu machen.

shz.de von
erstellt am 10.Feb.2010 | 07:30 Uhr

Mobbing, Schulden, Kindesmissbrauch: Im Internet lauern gerade für Kinder und Jugendliche viele Gefahren. Mit dem vierten "Safer Internet Day" wollen die Europäische Union und die Länder das Netz für junge User sicherer machen. Für Thorsten Meinicke von der Verbraucherzentrale Schleswig-Holstein ein wichtiger Schritt - gerade, wenn es um das so genannte Cyber-Mobbing geht. "Das ist besonders perfide", urteilt der Rechtsexperte.
Denn anders als im Klassenraum ist die Hemmschwelle der Angreifer deutlich niedriger. Die Anonymität gibt ihnen Schutz, das Opfer hat andererseits keine Rückzugsmöglichkeit mehr - auch nicht zu Hause. "Hier sind die Eltern gefragt. Sie müssen ihren Kindern über die Schulter schauen und sehen, was sie im Internet tun", rät der Fachmann. Schon allein, weil Kindesmissbrauch im Netz ein großes Thema ist. "Es sind Pädophile in den sozialen Netzwerken unterwegs. Hier versuchen sie an Daten von Kindern und Jugendlichen zu kommen", warnt Meinicke.
Experte rät: "Im Netz nicht nackt ausziehen"
Oftmals gelingt es Kindern und Jugendlichen aber nicht, ihre Privatsphäre in Netzwerken wie "Schüler VZ" oder "knuddels.de" zu wahren. Der Landesdatenschutzbeauftragte, Dr. Thilo Weichert, rät sich im Netz nicht sprichwörtlich "nackt auszuziehen". "Was einmal im Internet steht, bekommt man nur ganz schwierig wieder heraus", warnt der Online-Experte. Er wünscht sich, dass das Internet nicht nur in der Informatik-AG Thema ist, sondern zum allgemeinen Unterrichtsstoff gehört.
Rechtskunde müsste dann auch auf dem Stundenplan stehen, denn nicht selten geraten Jugendliche durch das Internet auch in die Schuldenfalle, wenn beispielsweise kostenpflichtige Klingeltöne heruntergeladen werden. Doch Teenager sind im Netz nicht immer in der Opferrolle, sondern können auch Täter werden. "Film- und Musiktauschbörsen sind komplett illegal", sagt Verbraucherschützer Meinicke. Es droht eine Strafanzeige des Rechteinhabers.

"Datenschutz beginnt im Internet" - unter diesem Motto steht der Elternabend am 9. Februar, um 19.30 Uhr, im Schulzentrum am Heimgarten, Reesenbüttler Redder 4-10, 22926 Ahrensburg. Zu Gast sind u. a. Experten des Landeszentrums für Datenschutz und der Polizei.

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