zur Navigation springen

Orkan „Xaver“ : Sicher durch den Sturm - Fragen und Antworten

vom

Über Grönland braut sich laut Wetterdiensten einer der schwersten Stürme der letzten Jahre zusammen. Das Tiefdruckgebiet „Xaver“ soll im Laufe des Donnerstags auf die Westküste Norddeutschlands prallen und Orkanböen, Schnee sowie eine Sturmflut mit sich bringen. Was sollte man im Notfall beachten?

shz.de von
erstellt am 04.Dez.2013 | 15:28 Uhr

Kann ich mich auf den Sturm vorbereiten?

Ja. Der Feuerwehrverband Schleswig-Holstein gibt dazu folgende Hinweise:

● Sichern Sie Ihr Gebäude – achten Sie vor allem auf möglicherweise bereits vorhandene Beschädigungen des vorhergehenden Sturmes. Schwachstellen können lose Ziegel, Schornsteine oder Dachrinnen sein.

● Schützen Sie Keller und Niedergänge rechtzeitig vor eindringendem Wasser, wenn Überflutungsgefahr besteht.

● Achten Sie darauf, dass Rückschlagventile im Keller funktionsfähig sind.

● Entfernen Sie Laub aus Wassereinläufen wie Gullys oder Abflussrinnen.

● Sichern Sie Balkone und Terrassen so, dass Möbel oder Pflanzen nicht umhergewirbelt werden können.

● Stellen Sie Fahrzeuge vorausschauend und sicher ab. Bei älteren Gebäuden, Baustellen oder morschen Bäumen kann der Wind Teile lockern, die dann eventuell auf das Auto herabstürzen können.

Kann ich während des Sturms noch vor die Tür gehen?

„Verlassen Sie während des Unwetters das Haus möglichst nicht“, rät der Feuerwehrverband Schleswig-Holstein. Auch Fenster und Türen sollten geschlossen bleiben.

Meiden Sie Wälder und Alleen – nicht nur während, sondern auch nach dem Orkan. Instabile Bäume und herab fallende Äste gefährden Sie auch in den Stunden danach.

Ich bin im Auto, wenn der Sturm beginnt. Und jetzt?

Wenn Sie Autofahrten nicht vermeiden können:

● Passen Sie ihre Fahrgeschwindigkeit an. Achten Sie auf unvorhergesehene Hindernisse wie umherfliegende Gegenstände oder abgebrochene Äste. Beim Ein- und Aussteigen Fahrzeugtüre vorsichtig öffnen und den Griff fest in der Hand halten. Windböen können sonst die Türe aufreißen und erheblichen Schaden anrichten.

● Seitenabstand beachten: Vor allem auf Landstraßen können selbst Schwerfahrzeuge wie Lkw oder Busse um mehr als einen Meter versetzen. Im schlimmsten Fall landet man plötzlich im Straßengraben oder gerät auf die Gegenfahrbahn.

● Erhöhte Gefahr bei Brücken oder Tunnelausfahrten: Fahrbahnglätte, Dachlasten oder Aufbauten, die eine breite Angriffsfläche bieten, können auch dazu beitragen, dass das Fahrzeug vom Sturm verrissen wird.

● Dachlasten und Anhänger sollten an stürmischen Tagen vermieden werden. Der Schwerpunkt sollte möglichst tief liegen, das Gewicht auf beide Fahrzeugachsen verteilt sein.

● Wenn man von einer Sturmböe erfasst wird: Ruhe bewahren. Jede heftige Bewegung mit dem Lenkrad macht das Fahrzeug nur noch instabiler. Um das Auto wieder zurück auf die Spur zu bringen, nur gefühlvoll gegenlenken.

 

Wann rufe ich die 110 und wann die 112?

Über die 112 erreicht man deutschlandweit 24 Stunden am Tag die Feuerwehr und den Rettungsdienst. Die Nummer ist nicht kostenpflichtig. Bei Unfällen mit Verletzten sollte vorrangig die Feuerwehr alarmiert werden. Automatisch wird durch diese auch die Polizei verständigt.

Auch die 110 ist kostenlos und 24 Stunden am Tag erreichbar. Es ist der bundesweite Notruf der Polizei. Bei Unfällen ohne Verletzte sollte die Polizei gerufen werden.

Die Notrufnummern 112 oder 110 sollten bei einem Orkan aussschließlich bei lebensbedrohlichen Notfällen angerufen werden. Einsatzkräfte müssen bei allen Notfällen Prioritäten setzen.

Ansonsten sollte man den Sturmschaden erst melden, wenn der Sturm nachgelassen hat. Bei dem Ausfall des Kommunikationsnetzes sollte man in dringenden Notfällen das nächste Feuerwehrgerätehaus aufsuchen.

Wo kann ich mich melden, wenn ich kein Handynetz habe?

Orkanstürme richten Schäden an und davon sind auch Mobilfunkanbieter nicht geschützt. Sendemasten und Richtfunkanlagen, die den Sprach- und Datenverkehr innerhalb des eigenen Netzes übertragen, können jederzeit beschädigt werden. Die Folge ist ein Netzausfall.

Informationen zu aktuellen Ausfällen und der voraussichtlichen Wiederherstellung bekommen Kunden bei ihren Mobilfunkanbietern. Hier die wichtigsten Hotlines:

● Vodafone: 1212 (vom Handy); 0800 - 1721212 (vom Festnetz)

● o2: 0179 - 55222 (vom Handy); 0800 - 5522211 (vom Festnetz)

●Telekom: 2828 (vom Handy); 0800 - 3302828

● Debitel: 040 - 555541000

● E-Plus: 0177 - 1000

Wo kann ich mich über die aktuelle Wetterlage informieren?

Neueste Wetterinformationen und Warnungen vor meteorologischen Ereignissen, die für die öffentliche Sicherheit gefährlich werden könnten, erhält man zum Beispiel auf der Homepage des Deutschen Wetterdienstes.

http://www.dwd.de

Neben Vorhersagemodellen und dem Regionenwetter stellt der Deutsche Wetterdienst auch aktuelle Satellitenbilder zur Verfügung.

Windprognosen gibt es auf windfinder.com.

Wie erfahre ich von möglichen Schulausfällen?

Bei besonders gefährlichen Wetterlagen können regional oder landesweit Unterrichtsausfälle angeordnet werden. Über eine Hotline (Bandansage) des Bildungsministeriums Schleswig-Holstein können Eltern rund um die Uhr aktuelle Informationen zu Unterrichtsausfällen erhalten.

0800 - 1827271

Sind die Fähren im Einsatz?

Der Fährbetrieb wird aufgrund der Orkanwarnung ab Donnerstag eingestellt bzw. eingeschränkt.

● Sylt Shuttle: Schränkt sein Angebot ein.

● Fährbetrieb zur Insel Sylt: Letzte Fähre legt um 11.25 Uhr ab List ab. Alle weiteren Abfahrten fallen aus.

● Sylt-Römö: Am Donnerstag werden keine Fahrzeuge und Personen zwischen der dänischen Insel Römö und Sylt befördert.  

● Fährbetrieb zur Insel Juist: Donnerstag und Freitag eingestellt.

● Fährbetrieb zur Insel Norderney: Letzte Fähre am Donnerstagmorgen. Danach Einstellung des Betriebs.

Kann ich mich auf einen Stromausfall vorbereiten? Wie verhalte ich mich bei einem Stromausfall?

Auf einen Stromausfall kann man sich vorbereiten. An einem gut erreichbaren Ort sollten folgende Dinge aufbewahrt werden:

● Kerzen/ Teelichter,

● Streichhölzer/ Feuerzeug,

● Taschenlampe mit Ersatzbatterien,

● Batteriebetriebenes Radio, um eventuelle Anweisungen von Behörden oder der Feuerwehr empfangen zu können.

Bei einem Stromausfall kann auch die Heizungsanlage ausfallen. Dafür sollte man nicht nur über warme Kleidung, sondern auch über stromunabhängige Wärmequellen verfügen (genügend Brennstoff für den Holzofen, Gasheizer, Petroleumofen etc.).

Beim einem Stromausfall sollte man sich wie folgt verhalten:

● Schalten Sie alle eingeschalteten Geräte aus! Prüfen Sie, ob es sich nur um einen Kurzschluss handelt.

Betrifft der Stromausfall auch andere Wohnungen oder Straßenzüge, so ist ein Ausfall im Niederspannungsnetz wahrscheinlich. Solch ein Ausfall kann nur vom örtlichen Netzbetreiber behoben werden!

 
zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen