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Hitze-Sommer : SH: Pflanzen leiden unter der Trockenheit

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Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Die Ernte profitiert vom Sommer-Wetter. Aber jetzt brauchen die Wiesen und Weiden dringend Wasser. Auch die Forstwirtschaft ist alarmiert: es besteht erhöhte Waldbrandgefahr.

shz.de von
erstellt am 07.Aug.2014 | 06:35 Uhr

Kiel | Die Menschen freut es, die Pflanzen leiden. Das Klima im Juli in Schleswig-Holstein hat es unter die Topwerte seit Aufzeichnung der Wetterdaten geschafft. Die sieben offiziellen Wetterstationen im hohen Norden zeigten im Durchschnitt 20 Grad an – und damit 3,9 Grad mehr als der Normwert, der sich aus den Juli-Daten der Jahre 1961-90 zusammensetzt. Die größte Abweichung gab es mit 4,4 Grad in List auf Sylt. „Das ist schon sehr üppig für einen Sommermonat“, sagt Diplom-Meteorologe Sven Taxwedel von Wetterwelt. Grundsätzlich sei der Juli zudem zu trocken gewesen. Im östlichen Teil des Landes sei sogar nur die Hälfte des normalen Niederschlags gefallen.

Die Trockenperiode freut die Landwirte auf der einen Seite. „Für die Ernte war das Wetter hervorragend“, sagt Klaus Dahmke, Sprecher des Bauernverbandes. Anderseits wünschen sich die Landwirte für den Futtermais Regen. „Jetzt werden die Maiskolben gebildet“, sagt Dahmke. „Dafür braucht es Wasser, sonst hat der Mais keine Nährstoffe, die er aus dem Boden ziehen kann.“ Auch die Wiesen und Weiden benötigen dringend Wasser von oben. Der erste Grasschnitt im Mai sei sehr zufriedenstellend gewesen, der zweite im Juni ebenfalls, der dritte habe hingegen jüngst nicht viel eingebracht. „Es war einfach zu trocken“, berichtet Dahmke. „Irgendwann braucht jede Pflanze Wasser.“ Auch die Forstwirtschaft sei alarmiert, da bereits erhöhte Waldbrandgefahr bestehe.

Die Landschaftsgärtner im Land können sich derzeit zwar nicht über fehlende Arbeit beklagen, der Schwerpunkt liege aber auf „bautechnischen Arbeiten“, wie Achim Meierewert, Geschäftsführer vom Fachverband Garten-, Landschafts- und Sportplatzbau in Schleswig-Holstein, berichtet. „Neu- oder Umpflanzungen werden derzeit zurückgestellt.“ In zwei bis drei Wochen würden diese Arbeiten wieder verstärkt anstehen. Für Gartenbesitzer gilt: „Die bestehenden Bepflanzungen benötigen derzeit viel Wasser. Da braucht es Hilfe von oben.“

Die ist nicht mehr weit entfernt. Heute wird die Sonne es schwer haben. Taxwedel spricht von „zähen Wolkenfeldern“. Später können gebietsweise Schauer hinzukommen. Mit maximal 22 Grad wird es etwas kühler. Am Freitag kämpft sich die Sonne voraussichtlich nochmal etwas durch – bei 25 Grad. Am Samstag fällt im Laufe des Tages Regen. Ab nächste Woche ist der Hochsommer vermutlich vorbei. „Vieles deutet darauf hin, dass es dann unbeständiger wird. Es ist häufiger mit Schauern zu rechnen und die Temperaturen liegen nur noch um die 20 Grad“, sagt Taxwedel. Die Pflanzen wird es freuen.

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