Serpil Midyatli lebt die Integration

Serpil Midyatli.
Serpil Midyatli.

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27. Oktober 2009, 04:59 Uhr

Kiel | Serpil Midyatli (34) ist das ideale Beispiel ihrer eigenen Politik: ein Symbol gelungener Integration. Vor drei Monaten kam ihr zweites Kind zur Welt, seit heute sitzt sie für die SPD im Landtag - als erste türkischstämmige Abgeordnete in der Geschichte Schleswig-Holsteins. "Frauen können mehrere Bälle gleichzeitig in der Luft halten", sagt die Mutter, Politikerin und Unternehmerin.

Ihr Heimat ist weder Deutschland noch die Türkei: "Das ist Kiel, der Ort, an dem mir bei jeder Rückkehr warm ums Herz wird." Als Kind türkischer Einwanderer habe sie eine muslimische Grundeinstellung. "Ich wurde aber nicht streng erzogen, musste nie ein Kopftuch tragen."

Vor fast zehn Jahren kam sie zur Politik. "Ich bin ja nicht auf den Mund gefallen, deshalb hatte mich die SPD eingeladen, an einer Podiumsdiskussion zum Thema Integration teilzunehmen." Es folgte der Eintritt in die SPD, 2003 wurde

sie Mitglied im Gaardener Ortsbeirat, seit zwei Jahren ist sie im Landesvorstand. Im Landtag will sie sich sich um Migrations- und Integrationsfragen kümmern. "Nicht weil ich den Hintergrund habe, sondern weil ich das lebe." Zu ihren Forderungen zählt etwa das kommunale Wahlrecht für Nicht-EU-Bürger. Bei all dem Wirbel hat sich Midyatli für ihre politische Zukunft vor allem eins vorgenommen: "Bleib, wie du bist."

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